Aktion Gemeinwohl!

Gemeinsam vom Mangel in die Fülle

Hyperborea: Das Land der Asen

Odins Asgard lag in Schleswig-Holstein

Hyperborea: Das Land der Asen

In diesem Beitrag soll eine Kultur beleuchtet werden, deren hoher Rang im Vergleich mit Sumer (dem Zweistroland), Hatti (dem heutigen Anatolien), Magan (Ägypten) und Hellas (Griechenland) manchen Leser überraschen wird. Denn es handelt sich um die Halbinsel Jütland im nördlichen Schleswig-Holstein, deren ländliches Ambiente dem oberflächlichen Betrachterblick kaum Anhaltspunkte für eine antike Kultur von hohem Stand zu bieten scheint. Doch dieser Eindruck täuscht, wie wir sehen werden.

Das sagenumwobene und von griechischen Dichtern oft besungene Hyperborea – das ist das heutige Jütland. Nahe der dänischen Grenze – bei Schleswig – erhebt sich jener geschichtsträchtige Hügel, der einst eine Burgfeste trug: Haithabu (Hochburg), die Residenz des Wanen Japhet, errichtet vor rund 5.000 Jahren. Japhet wurde rund 800 Jahre später von seinem Bruder Ham gewaltsam abgelöst, der als oberster Ase den Namen Odin trug. Odins Feste Asgard lag auf einem heute versunkenen Landrücken, dem „Steingrund“, der sich von der Insel Helgoland bis vor die Eidermündung erstreckte.

Odin identifizieren wir nach gründlichen Recherchen als den biblischen Ham und den griechischen Kronos.

Odin

Odin, Oberster der Asen seit etwa 2.200 v. Chr.
Odin ist identisch mit Kronos alias Ham (Jugendstil-Darstellung).
Odin verlor im Ragnarök um 1220 v. Chr. sein Leben

Mit seiner Gemahlin Frigg (Rhea) zeugte er seinen berühmten Sohn Baldr, der in ganz Europa als Zeus,Tiu oder Djews, im Nahen Osten als Baal und in Indien als Indra bekannt war. Thor entstammte einer Verbindung Odins mit Fjörgun (Jörd), und Nanna gebar ihrem Ehemann Baldr den Forseti, dem die späteren Friesen ihren Namen verdanken.

Nanna ihrerseits war eine Tochter des Nep, des späteren Neptun, der kein anderer war als Nebo (Nabu), der berühmte Sohn des sumerischen Marduk, den wir wiederum als den ägyptischen Re kennen und als Vater des Noah identifiziert haben.

Die Identitäten hinter den Alias-Namen weisen darauf hin, dass Forseti, der Sohn Baldrs, identisch ist mit dem göttlichen „Schmied“ Hephaistos, dem Sohne des Baal Zeus. Hephaistos trug im Nahen Osten den Namen Kotar-Hasis (Kusharu-Chasisu).

Was berichten die antiken Geographen?

Das hier einst ansässige Volk, von den Ägyptern Haunebu genannt, war für die Pharaonen schon um 2.400 v. Chr. der Exklusiv-Lieferant für Bernstein aus dem Wattenmeer. Zur Zeit des Thutmosis III. – um 1.500 v. Chr. – brachten Gesandte der Haunebu dem Pharao 8943 Pfund Bernstein.

Das Elektrum genannte begehrte Gut wurde buchstäblich in Gold aufgewogen und per Schiff über den Atlantik oder über eine der „Bernsteinstraßen“ durch das europäische Festland in den Mittelmeerraum geliefert.

Um das Jahr 350 besuchte Pytheas von Massilia die Insel Basileia. Das Hauptwerk des Pytheas, „Über das Weltmeer“, ist heute zwar verschollen, diente aber vielen antiken Geographen als gern zitierte Quelle.

Nach Pytheas lag das Eiland Basileia, das er auch Abalus (Apfelinsel) und Elektris (Bernsteininsel) nannte, „im Wattenmeer, eine Tagereise von der Küste entfernt“. Vor der Insel ragte ein Felsen „mit mancherlei Klippen“ empor, auf dem Hephaistos, der göttliche Schmied, seine Werkstätten betrieb. Nahe der Insel Basileia mündete der Bernsteinfluss Eridanos ins Meer.

Nach Diodor, der das Eiland vor 2000 Jahren beschrieb, lag die „Bernsteininsel“ im Wattenmeer „nach dem Ozean hin“.

Wie Strabo, ein römischer Zeitgenosse des Diodor, mitteilt, besteht das Watt „weder aus Land noch Meer noch Luft für sich allein, sondern aus einem Gemisch von diesem allen, es gleicht einer Meerlunge und ist weder begehbar noch befahrbar.“

Pytheas bezeichnete die Bewohner der Insel Basileia als Hyperboreer oder Phaiaken.

Hekataios bestimmte die Lage des „Hyperboreerlandes“ am „Atlantischen Meer gegenüber dem Lande der Kelten (Gallier)“.

Damastes – ein Zeitgenosse Herodots in der Zeit um 450 – gab folgende Lokalisierung für Hyperborea: „Jenseits der Ripäen“ – der Alpen – „von denen der Boreas weht, am äußersten Ozean, wohnen die Hyperboreer.“

Baldr

Baldr (Baal-Zeus), Sohn des Odin,
wurde um 1 225 v. Chr. von seinem Bruder Hödr getötet

Schon Aristeas schrieb hundert Jahre vor Damastes: „Die Hyperboreer wohnen im fernsten Norden am Strande des Ozeans.“

Der römische Gelehrte Mela Pomponius notierte um das Jahr 50 unserer Zeitrechnung: „Wenn man“ – von Britannien aus – „am nördlichen Ozean“ – der Nordsee – „in der Richtung nach Asien fährt, dann stößt man zuerst auf das Hyperboreerland.“

Und Plinius der Ältere (22-79 n. Chr.) lieferte eine gänzlich zweifelsfreie geographische Markierung: „Der neunte Bogen geht durch Britannien und das Land der Hyperboreer, dort dauert der längste Tag siebzehn Stunden.“

Dies trifft für Helgoland (54’ 10″ nördliche Breite) und das mittlere Jütland noch heute zu.

Die isländischen Edden, eine von Snorri Sturluson um 1.220 n. Chr. erstellte Sammlung von skaldischen Runentexten hoher literarischer Qualität, bieten Details, die an Eindeutigkeit nichts zu wünschen übrig lassen.

Hier ist von jener Insel (holmr) die Rede, „wo die Asen den Schwerttau zusammen mit Surtr mischen“. Östlich Asgards, des Asensitzes, „wälzt sich ein Fluss durch Eitrdala … Slidr heißt er“ (Völuspa: „Große Seherinnenrede“, zitiert nach Jürgen Spanuth).

Die nordische Überlieferung kennt zwölf heilige Flüsse, unter ihnen Slidr und Hridr.

Ebenfalls im Osten der Insel, auf dem Festland, „haust eine Alte im Jarnwith (Eisen-
wald)“.

In der „Germanischen Götterlehre“, herausgegeben von Ulf Diederichs, heißt es: „Ein besonderer Bezirk innerhalb Jötunheims ist der Erzwald (Jarnwid), und an seinen Grenzen hält der Riese Eggdir Wacht.“

Jötunheim war das Reich der Riesen und lag östlich und nordöstlich der Burg Asgard.

Die Spuren der Geschichte

Unschwer lassen sich die modernen Namen der alten geographischen Bezeichnungen herausfinden: Jötunheim ist ein alter Name für Jütland, und nachdem in den Jahren um 2.200 vor unserer Zeitrechnung die Asen die Wanen und mit ihnen die Riesen nach Schweden und Norwegen gedrängt hatten, verlagerte sich Jötunheim, das Land der Riesen (Jöten), von Jütland nach Mittelnorwegen, wo es noch heute zu finden ist.

Der Bernsteinfluss Eridanos ist die Eider, und das Eitrdala ist das Eidertal, das nach dem Bredstedter Altertumsforscher Jürgen Spanuth noch im 12. Jahrhundert „eine tief ins Land einschneidende Meeresbucht“ war, „auf der man bis Groß- und Klein-Rheide fahren konnte, um von dort über die Reider und die Schlei in die Ostsee zu kommen“.

Entsprechend ist die Slidr die Schlei und die Hridr die Reider. Was Jarnwith, den Eisenwald, anbetrifft, so taucht dieser noch zu Zeiten Waldemars II. (um 1.200 n. Chr.) in einem Katasterverzeichnis auf.

Das frühere Jarneby („Eisenort“) im Eisenwald ist heute das kleine Geestdorf Janneby, an der Bundesstraße 200 zwischen Flensburg und Husum gelegen.

Die Insel Basileia lag auf jenem Landrücken, der sich zwischen Helgoland ( „Heiligland“) und der Halbinsel Eiderstedt hinzieht und nach der Christianisierung ab dem 13. Jahrhundert bis zu den großen Sturmfluten im ausgehenden Mittelalter als „Süderstrand“ bekannt war.

Die Insel versank um 1.200 v. Chr. im Zuge eines großen Vernichtungsfeldzuges gegen die Nachkommen des Noah. Dieser Krieg erscheint in der Edda als epische Darstellung des Ragnarök, des Untergangs der Götter. Basileia tauchte aber späterhin wieder auf – das bezeugen die oben angeführten jüngeren Zeugnisse antiker Autoren.

Thor

Thor: Der asische Recke galt im Norden
als Sohn Odins, in Hellas unter dem Namen
Herakles als Sohn des Zeus, mithin als Enkel Odins.
Thor verlor wie die meisten Asen sein Leben im Ragnarök

Der Inselrücken verschwand endgültig im Meer, als die „grote Mandränke“ im Jahre 1362 die gesamte Topographie der nordfriesischen Inselwelt dramatisch veränderte und „twischen de Elve (Elbe) und Ripen (Ribe im dänischen Nordjütland) 200.000 Minschen verdrenket“ sind. Das protokollierte der Dithmarscher Chronist Neocorus um das Jahr 1600 unserer Zeitrechnung.

Im Gebiet dieses Landrückens, der nur wenige Meter unter der Wasseroberfläche liegt, gibt es bedeutsames archäologisches Beweismaterial. Denn hier befindet sich der „Steingrund“, der allen Kapitänen und Fischern zwischen Helgoland und Eiderstedt bekannt ist.

Der Kieler Vorgeschichtsforscher Peter Wiepert untersuchte schon 1943 in mehreren Tauchgängen den Steingrund und kam zu dem Ergebnis, dass es sich hier um „Überreste einer germanischen Königsburg“ handele.

In fünf Tauchgängen, die Jürgen Spanuth in den fünfziger Jahren leitete, fanden sich „Siedlungsreste, u. a. Wallanlagen, behauene Steine, Fliesenplatten“.

Das Land der Asen war das Land der Hyperboreer, das von den Hellenen der klassischen Zeit so oft sehnsuchtsvoll besungen wurde. Euripides feierte im 5. Jahrhundert vor Christus in der Tragödie „Hyppolitos“ das Land Hyperborea in wundervollen Versen:

O, wär ich von hinnen, o, dass mich die Schwingen
der Wolken umfingen,
ein Gott mich befiedert
den Scharen der Vögel gesellte!
Dann flög ich über die Salzflut
und Adrias Wogen
nach Eridanos Ufern
zum Garten der Götter,
wo Helios’ Töchter
um Phaeton klagen
und in den purpurnen Fluten des Flusses
das Gold ihrer Tränen
des Bernsteins glänzenden Schimmer träufeln,
wo der Gebieter des purpurnen Meeres
den Schiffern die Weiterfahrt wehret,
wo Atlas den weiten Himmel hält,
wo Hesperos’ Töchter die güldnen Äpfel bewachen.
Da steht der Palast,
wo der König der Götter
die Hochzeit begangen,
wo die reiche, die heilige Flut
den Göttern ewigen Segen spendet.

Die enorme Leuchtkraft, die das Land der Asen ausübte, fängt Ranke-Graves mit folgender Bemerkung ein: „Delos war ein Zentrum dieses hyperboreischen Kultes, der, wie es scheint, sich südöstlich nach Nabatäa und Palästina, nordwestlich bis Britannien ausdehnte“( „Griechische Mythologie“).

Allein in dem Landstreifen zwischen Flensburg und Schleswig finden sich zahlreiche Spuren, die auf die einstige Asenkultur hinweisen. Hier liegen Dörfer und Gemeinden, die Namen wie Thorsballig, Langballig, Wackerballig und Nordballig tragen.

Die Endsilbe „lig“ entspricht dem englischen ley und dem dänischen led und bezeichnet eine „Energielinie“ oder ein Netz solcher Linien, die in Britannien wie in Jütland die gesamte Landschaft durchziehen.

Die Megalith-Anlage Thorsballig stellt in diesem Sinne einen Knotenpunkt dar, der dem Thor und dem Baldr gemeinsam gehörte, während Langballig oder Wackerballig dem Baldr allein gewidmet waren.

Die Landschaft Angeln zwischen Flensburg, Kappeln und Schleswig ist durchsetzt von größeren und kleineren Tumuli (überwachsenen megalithischen Anlagen), die offenbar einem zusammenhängenden Netzwerk von Ligs angehören.

Bei Süderschmedeby – 14 Kilometer südlich Flensburgs – verläuft ein kleiner Weg mit dem Namen Ballbek ( Baldrs Bach), und am westlichen Stadtrand Flensburgs heißt eine unscheinbare Nebenstraße Boreasmühle, die an den uralten Gott Buriash erinnert.

Buriash ist der europäische Name jenes Anunnaki-Fürsten, der in Ägypten als Re und in Babylon als Marduk bekannt war.

Troja- oder Dreiburgen befanden sich, wie der Name verrät, in Drei auf Holnis – einer kleinen Halbinsel bei Glücksburg am Ausgang der Flensburger Förde –, in Treia, einer Gemeinde westlich von Schleswig, sowie in Visby bei Bredebro, 30 Kilometer von der deutsch-dänischen Grenze entfernt.

Wenige Kilometer nördlich Schleswigs liegt der Ort Idstedt – ein Hinweis auf das Idafeld der alten Asen.

Freya

Der gebürtige Wane Freyr und Sohn des Njörd (Japetos-Japhet)
zählte zu den führenden Asen (hellenisch: Titanen).
Auch er verlor im Ragnarök sein Leben

Und südlich Schleswigs liegt Haithabu, das gemeinhin als ehemalige Wikingersiedlung betrachtet wird. Die eigentliche Haithabu („Hochburg“) aber lag oben auf jenem Hügel, der sich nördlich der späteren Wikingersiedlung erhebt.

Hier sind noch heute die überwachsenen Reste der rechteckig angelegten Burg erkennbar, und die westöstliche Ausrichtung der alten Feste erinnert an kanaanitische Architektur. Diese Feste wurde Jahrzehnte nach der Sintflut – also vor über 5.000 Jahren – erbaut und diente Japhet (Njörd), seiner Ehefrau Gertrud und ihren Nachkommen über acht Jahrhunderte als Wohnsitz. Von hier aus regierte das Paar das Reich Patonia, das sich nach Süden in einem Radius von 300 Kilometern von der Küste Pommerns über die norddeutsche Tiefebene bis nach Friesland erstreckte.

Um das Jahr 2.200 v. Chr. siedelte das Paar mit 156.000 Getreuen nach Norwegen um. Ham alias Kronos alias Odin übernahm das Erbe seines Bruders Japhet und erbaute auf einem Landrücken zwischen Helgoland und der Eidermündung seine sagenumwobene Burg Asgard.

Bifröst und die „Stätten im Himmel“

Asgard, die Residenz der Asen, „sieht von außen wie von innen … aus wie reines Gold“. In der Nähe erbauten die Asen eine Schmiedewerkstatt, in der sie „Essen anlegten, und dazu machten sie Hammer, Zange, Amboss und so weiter …“ Wir hörten schon, dass hier Hephaistos – ein Sohn des Baldr-Zeus – als „Schmied“ tätig war.

Die „Hauptstätte oder das Heiligtum der Götter“ aber bildete „der größte und schönste aller Bäume“: die Esche Yggdrasil. „Da sollen die Götter jeden Tag Gericht halten.“

Die Asen bauten „eine Brücke von der Erde zum Himmel, die Bifröst heißt … Sie ist dreifarbig, sehr stark und mit mehr Verstand und Kunst gemacht als andere Handarbeiten“.

Alltäglich „reiten die Asen über die Bifröst ( in den Himmel) hinauf; Bifröst heißt daher auch Asenbrücke“.

Diese geheimnisvolle Anlage „brennt in Flammen, und heiß sind die Himmelswasser“. Die Nornen Urd ( Schicksal) , Werdandi ( Werden) und Skjuld ( Schuld) schöpften aus dem Urdbrunnen täglich Wasser und gossen sie über die Esche Yggdrasil, damit „ihre Zweige nicht verdorren oder verfaulen“.

Dieses Wasser ist so „heilig, dass alle Dinge, die in jene Quelle geraten, so weiß werden wie die Haut, die man Skjall nennt, und die innen an der Eischale sitzt“.

Über die feurige Brücke Bifröst erreichten die Asen besondere „Stätten im Himmel“.

Die erste dieser Stätten war die „Himmelsburg“; sie lag „am Ende des Himmels“ – und zwar am „nördlichen Ende“ –, an der „Brückenschwelle, wo Bifröst den Himmel erreicht“. Hier residierte Heimdall, Odins Sohn, der „weiße Ase“, auch Gullintanni genannt – „seine Zähne waren nämlich von Gold“. Heimdall war der „Wächter der Götter“ und wohnte „dort am Himmelsende, um an der Brücke Wache zu halten gegen die Bergriesen“.

Der zweite Himmelssitz hieß „Albenheim“, Wohnort der Lichtalben. Dies war die Residenz Freyrs ( „Herr“), des gebürtigen Wanen und Gemahls der Freyja ( „Herrin“).

Baldr, der Sohn Odins, von dessen „blonder Schönheit … Glanz ausgeht“, war Herr von Breidablik ( „Breitglanz“) – „eine schönere Stätte gibt es dort nicht“.

Dem Forseti, Sohn Baldrs, gehörte Gladsheim ( „Frohheim“), dessen „Wände, Pfosten und Pfeiler aus rotem Gold und das Dach aus Silber“ gefertigt waren.

Der Himmelssitz Walaskjalf schließlich war im Besitze Odins, des „vornehmsten und ältesten der Asen“. Diese Stätte war „erbaut von den Göttern und von ihnen mit lauterem Silber gedeckt“.

Neben diesen fünf Himmelssitzen gab es noch einen fernen, selbst für die Asen unerreichbaren Ort im „dritten Himmel“ Vidblainn ( „Weitblau“), der Gimle genannt wurde: „Am Südende des Himmels steht der Saal, der von allen der schönste und glänzender als die Sonne ist“.

Freya

Freya, Gemahlin des Freyr

Dieser Satellit war offenbar den Anunnaki vorbehalten, jenen „Himmlischen auf Erden“, deren oberster Gebieter seit 1.700 v. Chr. kein anderer war als Re alias Marduk alias Buriash.

Alle Asen schienen mit ihren Wohnsitzen zufrieden zu sein – bis auf Njörd und Ehefrau Skadi. Weder wollte Skadi – eine gebürtige Riesin – ständig im Hafen Noatun, noch wollte Njörd auf Dauer in Skadis norwegischer Gebirgsheimat Thrymheim wohnen. In der Gylfaginning ist ein köstlicher literarischer Stoßseufzer des Njörd überliefert, eines späteren Njörd, der nicht mit Japhet identisch war:

Leid sind mir die Berge;
Nicht lange war ich dort,
Neun Nächte nur:
Schöner schien mir
Der Schwäne Gesang
Als der Wölfe Wutgeheul.

Skadi aber gab zurück:

Nicht schlafen kann ich
Vor dem Schreien der Vögel
An der Brandung Bett:
Jeden Morgen,
Wenn sie vom Meere kommt,
Weckt die Möwe mich.

Beide einigten sich am Ende darauf, abwechselnd jeweils neun Tage in Noatun und neun Tage in Thrymheim zu verbringen.

Schließlich sei noch Idun vorgestellt, die Gemahlin des Bragi, der als Ase der Dichtkunst und als Urvater der Skaldenpoesie gilt. Idun, die Göttin der ewigen Jugend, „verwahrt in ihrer Truhe die Äpfel, welche die Götter verzehren werden, wenn sie altern, dann werden sie alle wieder jung“.

Ein weiteres bedeutsames Detail, das exakt ins Bild passt, betrifft die Tatsache, dass die Hafenanlage Asgards Noatun genannt wurde – offenbar zu Ehren des Vaters Noah, der mit Japhet und den anderen Familienmitgliedern in der Arche die Sintflut überstanden hatte. Noah lebte nach der Flut noch 350 Jahre, und so ist es gut möglich, dass er den Hafen noch selbst eingeweiht hat.

Die Riesen – bekannt in Europa und Asien

Was nun die Riesen anbetrifft, deren Stammbäume mit denen der Asen wie der Wanen vielfältig verknüpft sind, so tauchen sie auch in den hellenischen Überlieferungen und im Alten Testament auf.

In den Kriegen, die die Israeliten gegen die Philister in Kanaan führten, kämpfte ein Riese „mit Namen Goliat aus Gat“ gegen David. Goliat maß nach Samuel (1-17,4) „sechs Ellen und eine Handbreit“ – das entspricht einer Körpergröße von mindestens 3.15 Meter.

Mose berichtet (5 M. 3,11) vom König Og von Bashan, dessen steinerner Sarg in Rabba, der Stadt der Ammoniter, ruhte. Der Sarg war „neun Ellen lang und vier Ellen breit“.

Samuel überliefert eine weitere physische Besonderheit der Riesen: „Da war ein langer Mann, der hatte sechs Finger an seinen Händen und sechs Zehen an seinen Füßen“ (2-21,20).

Mose nennt die Rasse der Riesen „Volk der Anakiter“ (5 M. 2,10-11; 20-21) oder „Anaks Söhne aus dem Geschlecht der Riesen“ (4 M. 13,33).

Die Hellenen überliefern, dass dem „Blut des Uranos“ – der Erblinie Noahs – die „hundertarmigen Riesen“ Briareos, Gyges und Kottos, die riesenhaften Kyklopen („Rundaugen“ – nicht „Einaugen“) Steropes, Brontes und Arges sowie vierundzwanzig Giganten entsprossen, darunter Eurymedon, Antaios und Anax.

Dieser Anax ist offenbar identisch mit dem biblischen Anak. Ranke-Graves berichtet, dass vor der Gründung Milets an der Westküste Kleinasiens hier das Königreich Anaktoria lag, das Reich des Anax.

Anax und sein Volk wurden durch Miletos, den Stadtgründer, vertrieben und siedelten später weiter südlich in Kanaan.

Die Riesen, zu denen auch die Kyklopen zählten, waren offenbar geschätzte Schmiede, Ingenieure und Baumeister. Es ist überliefert, dass Kyklopen die vorhellenischen Städte Tiryns und Mykene mit megalithischen Mauern umgaben.

Und es war ein Riese, der für Asgard im Norden eine „treffliche“ Burgmauer errichtete – „früh in der ersten Zeit der Göttersiedlung, als die Götter Midgard aufgestellt und Walhall gebaut hatten“ (Gylfaginning).

Doch so sehr die Asen wie die vorhellenischen Königshäuser die handwerklichen Fertigkeiten der Riesen schätzten – ihr unberechenbarer Charakter rief bei Asen wie bei Menschen Abscheu, Verachtung und Hass hervor. Die Riesen werden in der Edda als „schlimmes Geschlecht“ bezeichnet.

Ein wohl typisches Kurzpsychogramm liefert die Gylfaginning von Loki, dem Riesen, der unter anderem als Gründer von Lyon (lateinisch: Lugdunum) gilt:

„Er besitzt eine allen überlegene Schlauheit, Abgefeimtheit nennen wir sie, und listige Mittel für jeden Zweck. Er brachte die Asen fortwährend in schwere Verlegenheiten und befreite sie daraus oft durch listige Anschläge.“

Ein kleiner Kreis von Nachkommen mit vielen Namen

Die nordischen „Götter“ waren – wie schon mehrfach angesprochen – auch in Hellas und im Nahen Osten bekannt. Japhet, den wir als Njörd identifizieren, zeugte nach der biblischen Völkertafel (1 Mose 10) u.a. den Gomer ( Atlas), von dem neben Ashkenas und Rifat auch Togarma abstammt.

Atlas

Atlas galt in Hellas als Astronom
und im Norden als Ase,
der die Stützen des Himmels bewacht
(Darstellung: Eudoxos von Knidos)

Bei Hesekiel (38,6) wird „Gomer und sein ganzes Heer“ erwähnt, „die vom Hause Togarma, die im Norden wohnen …“. Jürgen Spanuth fand für das Volk Gomer die keilschriftliche Bezeichnung Gimirai. Und Homer nennt in der Odyssee, im elften Kapitel, die Einwohner des Phäakenlandes Kimmerioi – das sind die Kimmerer oder Kimbern, die als Bewohner der kimbrischen Halbinsel (Jütland) bekannt waren.

Ham-Kronos-Odin, der Bruder Japhets, zeugte den Mizrajim, den wir in Kanaan als Mot, in Hatti als Mitra-ash (Mitra, der Ase!), in Indien als Mithra und in Hellas als Hades identifiziert haben.

Von Mizrajim stammen laut Mose (1 M. 10,14) die Kaphtoriter ab, „von denen sind gekommen die Philister“. Die Philister, Namensgeber Palästinas, so bekräftigt Jeremia (47,4), sind „der Rest derer, die gekommen sind von der Insel Kaphtor“.

Der Begriff „I Kaphtor“, so setzt Jürgen Spanuth auseinander, heißt, wörtlich übertragen, „Insel des Säulenoberteils“ oder „Insel des Himmelsstützbalkens“ und entspricht wortgenau dem Begriff Holmr Asgard = Insel des ( umfriedeten) Himmelsstützbalkens. Hierbei heißt Ass (Plural: Aesir) in der Urbedeutung Firstbalken.

Die Entsprechung dieses „Himmelsstützbalkens“ ( Kaphtor) finden wir unschwer in dem Hauptheiligtum der Asen, der „Esche“ Yggdrasil.

Den unbesiegbaren Herakles, den nicht wenige Mythologen für Thor halten, zog es nach Hyperborea, als er die Äpfel der Hesperiden suchte und fand – und zwar bei der Asin Idun, die bekanntlich die lebensverlängernden Äpfel in Verwahrung hielt.

Hier im Norden zeugte Herakles mit der Nymphe Melite den Sohn Hyllos. Melite war – den hellenischen Genealogien zufolge – eine der Töchter des Flussgottes Aigaios. Und die Edda bestätigt: Ägir war ein heimischer Flussgott, der mit seiner Gemahlin Ran neun Töchter gezeugt hatte.

Ägir trägt in der Prosa-Edda („Der Skaldenmet“) auch den Namen Hler. Er residierte auf der Insel Hlesey, die nach der „Germanischen Götterlehre“ heute Läsö heißt. Dieses Eiland liegt im Kattegat.

Und damit befinden wir uns in einem Seegebiet, das den Ausgangspunkt einer wahrlich sensationellen Entdeckung bildet. Im Kattegat liegt nämlich „I Kaphtor“, das einstige Hauptheiligtum der Asen: die Insel des Weltenbaums, das Eiland der Esche Yggdrasil – die Insel des Himmelsstützbalkens! Näheres findet sich in dem Beitrag „Bifröst und die Orakel“.

Gravitationsmetrik und Wasserstoffatom

Eine Bewährungsprobe für das Zentralwirkungsprinzip

Gravitationsmetrik und Wasserstoffatom

von Michael George

Wenn das Zentralwirkungsprinzip Allgemeingültigkeit besitzen soll, so muss es – gemäß dem Analogieprinzip – für den Kosmos als Ganzes wie auch für alle seine Untereinheiten gelten, also für Galaxien, Sonnensysteme und Planeten bis hinunter zu den Atomen.

Bisher gibt es keine einheitliche theoretische Beschreibung des Größten und des Kleinsten. In der modernen Wissenschaft hat man sich angewöhnt, die Zuständigkeiten aufzuteilen: Für den Makrokosmos ist die Allgemeine Relativitätstheorie, für den Mikrokosmos hingegen die Quantentheorie zuständig.

Da die Allgemeine Relativitätstheorie mit der Quantentheorie nicht vereinbar ist, so klafft zwischen dem Bild des Makrokosmos und jenem des Mikrokosmos eine gewaltige Lücke. Genauer: Mit der Allgemeinen Relativitätstheorie ist der Mikrokosmos nicht zu beschreiben, und die aus Erkenntnissen des Mikrokosmos stammende Quantentheorie führt zu einem kosmologischen Bild, das mit den Deutungen der Allgemeinen Relativität nicht zu vereinbaren ist.

Prüfen wir, ob diese Lücke zu schließen ist. Gegenstand unserer Betrachtung soll ein Wasserstoffatom (H) sein. Das H-Atom ist im Periodensystem der Elemente das einfachste Atom. Es besteht aus einem Atomkern, dem Proton, und einer trabantenartig kreisenden „Hülle“, dem Elektron. Nach klassischer Auffassung ist der Atomkern elektrisch positiv, das Elektron negativ geladen.

Das Wasserstoffatom

Das Wasserstoffatom ist das kleinste System von Zentrum und Trabant, das wir kennen. Befindet sich ein solches Atom im relativen Ruhezustand gegenüber der Erdoberfläche, und ist es „sich selbst überlassen“, so befindet sich die rotierende Hülle – das Elektron – im Grundzustand. Das heißt, das Elektron nimmt eine ganz bestimmte „Bahn“ ein, und zwar die „unterste“, dem Proton relativ am nächsten gelegene.

Wird das Elektron nun „angeregt“, indem es von Lichtenergie (Photonen) „getroffen“ wird, so kann es auf die nächsthöhere (nächstäußere) Bahn springen. Allerdings gibt es hierfür genau festgelegte Bedingungen. Das Elektron kann nicht in beliebige Bahnen wechseln.

Jede mögliche Bahn stellt ein bestimmtes Energieniveau dar, und wenn das Elektron auf die – von innen gesehen – zweite Bahn gelangen soll, so ist eine ganz bestimmte Menge an elektrischer Energie nötig, damit dieser Sprung gelingt. Diese Energiemenge kann auch als Energiequantum bezeichnet werden. Deshalb werden die „erlaubten“ Elektronenbahnen Quantenbahnen genannt, die von innen nach außen mit n = 1, n = 2, n = 3 usw. bezeichnet werden.

Charakteristisch ist nun, dass die Anregungsenergie zum „Quantensprung“ des Elektrons umso kleiner gehalten werden muss, je größer die Bahn ist, die es augenblicklich einnimmt.

Anders gesagt: Je höher der Anregungszustand des Elektrons, umso kleiner ist die zu einem weiteren Bahnsprung erforderliche Energie. Dies heißt auch, dass ein Elektron eine umso höhere elektrische Energie besitzt, je weiter „außen“ es sich befindet. Diesen Zusammenhang zeigt folgende Tabelle (Energiezunahme in Elektronenvolt eV):

Hauptquantenzahl n Energiezunahme zu n = 1 (eV)
1
2 10,15
3 12,03
4 12,68
5 12,99

Betrachten wir nun, welcher Energiebedarf nötig ist, um das Elektron von n = 1 (Grundzustand) auf n = 2, von n = 2 auf n = 3 usw. zu bringen (bezogen auf n = 0):

Hauptquantenzahl n Energiezunahme zu n = 1 (eV) Energiebedarf (eV)
1 13,53
2 10,15 3,38
3 12,03 1,5
4 12,68 0,85
5 12,99 0,54

Erinnern wir uns an die Fragestellung, mit der wir an das Problem der Quantenbahnen herangingen. Wenn das Zentralwirkungsprinzip Allgemeingültigkeit besitzen soll, so muss es auch auf das Wasser¬stoffatom und auf das Anregungsverhalten des Elektrons anwendbar sein. So sollte also das Proton – genauer: das Zentrum des Protons – die singulare Quelle eines Gravitationsfeldes sein, und das Elektron wäre dann der kleinste natürliche Trabant im kleinsten natürlichen Gravitationsfeld.

Entsprechend sollte also die Trägheit oder Widersetzlichkeit des Elektrons gegen eine Bewegungsänderung (einen Bahn- oder Quantensprung) mit dem Quadrat des Bahnradius oder proportional zur Vergrößerung seiner sphärischen Energiefläche sinken.

Diese Vorstellung kommt in der Atomphysik nicht vor. Denn das hier zuständige Coulombsche Gesetz fordert die „kräftefreie“ Rotation des Elektrons. Dieses Gesetz ist mit Newtons Drittem Satz identisch. Auch hier hebt die „Fliehkraft“ des Elektrons die „anziehende“ Wirkung des Protons auf.

Nun haben wir schon im Großmaßstab gesehen, dass die Annahme der Fliehkraft in natürlichen Gravitationsfeldern unhaltbar ist. Wie gezeigt, muss dann nämlich angenommen werden, dass alle natürliche Bahn- oder Rotationsbewegung kräftefrei erfolgt. Es kann dann in der Natur keine Kraft geben, die die Rotations- oder Bahnbewegungen von Trabanten bewirkt. Denn Fliehkraft und Gravitation heben sich gegeneinander auf.

Diese Annahme ist höchst unbefriedigend, und es gehört zu den Kuriositäten der
Geistesgeschichte, dass selbst die bedeutendsten Geister nach Newton sich mit diesem „schwarzen Gedankenloch“ zufrieden gegeben haben. Der einzige Denker der letzten dreihundert Jahre, der diese Annahme bezweifelte, das war Ernst Mach. Sein Prinzip zeigt auf einleuchtende Weise, dass kein Trabant beschleunigungslos sein kann.

Mach bezog allerdings sein Prinzip nur auf „ruhende“ geradlinige Kraftverbindungen und nicht auf rotierende Systeme. Das Zentralwirkungsprinzip dagegen zeigt, dass die geradlinige „Kraftverbindung“ eine Fiktion ist, die aus dem mechanistischen Denken stammt.

Alle natürliche Bewegung erfolgt auf gekrümmter Bahn, und alle natürliche Bewegung ist beschleunigte Bewegung. Außer dem Machschen Prinzip enthält also nur das Zentralwirkungsprinzip den Grundsatz, dass es keine kräftefreie Bewegung geben kann.

Wir schließen also aus, dass das Elektron auf kräftefreien Bahnen umläuft. Welche Resultate sind dann zu erwarten? Zuallererst müsste – wie oben bereits ausgesprochen – die Trägheit des Elektrons mit dem Bahnstabstand im Verhältnis 1 : r² sinken.

Es wäre also zu erwarten, dass im Grundzustand ( n = 1) der relativ höchste Energieeinsatz erforderlich wäre, um die Widersetzlichkeit des Elektrons gegen einen Bahnwechsel auf n = 2 zu überwinden. Bei doppeltem Abstand müsste die Widersetzlichkeit auf ein Viertel jenes Wertes sinken, der für n = 1 nötig ist.

Setzen wir den erforderlichen Energieeinsatz für n = 1 in Beziehung zu den nach außen folgenden Bahnen, so ergibt sich folgendes Bild:

Quantenbahn n Energieeinsatz (eV) Verhältnis Trägheit Energiefläche
1 13,53 1/1 1/1 1
2 3,38 1/4 1/4 4 = 2²
3 1,5 1/9 1/9 9 = 3²
4 0,85 1/15,9 1/16 16 = 4²
5 0,54 1/25 1/25 25 = 5²

Die Tabelle bestätigt unsere Erwartung vollständig: Der Energiebedarf des Elektrons sinkt von Bahn zu Bahn exakt nach der Metrik eines Gravitationsfeldes. In der fünften Bahn ist die Widersetzlichkeit des Elektrons um den Faktor 25 kleiner als im Grundzustand, und deshalb ist auch die erforderliche Anregungsenergie in der fünften Bahn um das Maß 25 kleiner als in der ersten Bahn.

Die Bahnzahlen n sind identisch mit dem ganzzahligen Vielfachen des Bahnabstands zum Proton. Die Bahnen können so auch als Trägheitsstufen des Elektrons bezeichnet werden. Jede Trägheitsstufe entspricht einer rotierenden Energiefläche. So kann das Elektron als sphärische Energiefläche betrachtet werden, deren Trägheit im umgekehrten Verhältnis zu seiner Größe sinkt.

Wir gelangen so zu dem Resultat, dass die Energie des Elektrons mit wachsendem Bahnradius durchaus nicht ansteigt, wie man bei Anwendung des Coulombschen Gesetzes anzunehmen gezwungen ist. Denn die Widersetzlichkeit bzw. Trägheit des Elektrons sinkt nach außen im gleichen Verhältnis, wie seine elektrische Energie wächst.

Die Gesamtenergie des Elektrons bleibt in allen Bahnzuständen gleich!

Quantenbahn n Zunahme der elektrischen Energie
relativ zur nächstinneren Bahn
Abnahme der Trägheit relativ
zu Bahn 1 (in Klammern relativ zur nächstinneren Bahn)
2 1 : 4 = -75 %
3 Faktor 1.185 = + 15.6 % 1 : 9 = -88.9 % (- 15.6 %)
4 Faktor 1.054 = + 5.1 % 1 :16 = -93.75 % (- 5.1 %)
5 Faktor 1.024 = + 2.3 % 1 : 25 = -96 % (- 2.3 %)

2-5 gesamt Faktor 1.28 = + 21.86 % Faktor -1.28 = – 21.86 %

Dies lässt nur eine Lösung zu: nämlich dem Elektron eine „zusammengesetzte“ Energie zuzusprechen. Die Gesamtenergie eines Elektrons besteht dann aus „träger“ und elektrischer Energie. Es besitzt sowohl einen gravitativ rotierenden wie einen elektrisch schwingenden Ladungsanteil, deren Verhältnis sich nach außen zugunsten des elektrischen Ladungsanteils verschiebt.

Es ist nicht zu bezweifeln, dass ein Elektron nur bestimmte, „diskrete“ Bahnen einnehmen kann, die in einem ganzzahligen Verhältnis zueinander stehen. Diese Erkenntnis träfe dann auch auf das Trägheitsverhalten des Elektrons zu: Es kann nur erscheinen als elektrische Energiefläche bestimmter Größe und bestimmter Trägheit, wobei die Trägheit umgekehrt proportional zur Größenzunahme der Fläche sinkt.

Das Zentralwirkungsprinzip darf – bei aller Vorläufigkeit und Modellhaftigkeit der vorgetragenen Überlegungen – als die einzige Universaltheorie angesehen werden, mit deren einfachen Bewegungsgleichungen sowohl das Verhalten des Makrokosmos wie auch des Mikrokosmos zutreffend beschrieben werden können.

Wir dürfen deshalb sagen, dass das Wasserstoffatom das kleinste natürliche Gravitationsfeld mit dem kleinsten natürlichen Trabanten darstellt. Der Quell des protonischen Wirbelfeldes ist dann das kleinste natürliche singulare Zentrum.

Es sind besonders zwei Eigenschaften des Atoms, die unsere besondere Aufmerksamkeit erregen. Zunächst liegt die Trägheit des Protons um den Faktor 1833 höher als jene des Elektrons im Grundzustand.

Übertragen wir nach dem Analogieprinzip dieses Trägheitsverhältnis auf interplanetarische Größenordnungen, so stoßen wir auf den Umstand, dass auch unsere Sonne eine vergleichbare Übermacht gegenüber den Planeten darstellt: Nach einschlägigen Berechnungen liegt ihr Gravitationspotential um den Faktor 1000 höher als das aller Planeten zusammen.

Wir nehmen nun mit dem Analogieprinzip an, dass weder ein beliebiges Atom noch unser Sonnensystem Sondergesetzen unterliegen, und so können wir schließen, dass sämtliche kreisenden Systeme des Kosmos von einem Zentrum dominiert werden, dessen gravitative Übermacht durch einen Faktor gekennzeichnet ist, der zwischen 1000 und etwa 1800 liegt.

Noch in den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde im Zentrum unserer Galaxis eine Massenkonzentration vermutet, die auf etwa 30 Millionen Sonnenmassen geschätzt wurde. Nach dem Analogieprinzip aber können wie jenen Denkern beipflichten, die im Zentrum unserer spiraligen Welteninsel ein gigantisches Schwarzes Loch vermuten.

So können wir annehmen, dass die 300 Milliarden Sonnen unserer Galaxis von einer Schwarzen Singularität dominiert werden, deren Gravitationspotential bei mindestens 300 Billionen Sonnenmassen liegt.

Das zweite Kennzeichen eines Protons ist das für menschliche Begriffe unvorstellbare thermonukleare Potential, das in diesem winzigen Kern verborgen liegt. Wenn wir auch diese Eigenschaft nach dem Analogieprinzip auf die Sonne und jedes andere Zentrum übertragen, so können wir schließen, dass sowohl das thermische wie auch das gravitative Potential eines Systemzentrums auf das engste zusammen hängen müssen.

Schwarze Löcher

Über den thermodynamischen Irrgarten der modernen Kosmologie

Schwarze Löcher, Schwarze Schilde, Schwarze Körper

von Michael George

Dieser Beitrag gilt einem durch und durch „schwarzen“ Thema – dem Problem der Schwarzen Löcher. Diese stellaren Extrem-Phänomene werden gewöhnlich unter dem Blickwinkel der Allgemeinen Relativitätstheorie betrachtet, in der die Einsteinsche Gravitationsdeutung enthalten ist. Ihr zugrunde liegt die Deutung Newtons, der Gravitation als geradlinig „anziehende“ Kraft definierte. Stephen Hawking unternahm in jüngerer Zeit den Versuch, die relativistische Gravitationstheorie mit der Schwarzkörper-Theorie zu verbinden, und er legte eigens eine neue Theorie der Schwarzen Löcher vor. Was hat es mit den Schwarzen Löchern auf sich? Wie stichhaltig ist die herkömmliche Deutung der Gravitation? Was hat die Schwarzkörpertheorie zu bieten? Wie fest ist der Boden, auf dem Hawkings Verknüpfung von Gravitations- und Schwarzkörpertheorie steht? Gibt es neue Perspektiven mit leistungsfähigen Denkansätzen? Diese Fragen sollen auf den folgenden Seiten behandelt werden.

Schwarzschild errechnet den Schwarzschild

Schwarze Löcher werden im modernen Verständnis als „Sternleichen“ betrachtet – als extrem verdichtete Materiekonzentrationen am unwiderruflichen Ende ihres stellaren Lebenszyklus. Ihre Oberflächengravitation liegt so hoch, dass keinerlei Licht diese Oberfläche verlassen kann. Deshalb ist ein Schwarzes Loch unsichtbar. Angenommen, es gäbe „nackte“ Schwarze Löcher, so können sie nur indirekt nachgewiesen werden – nämlich durch die Gravitationswirkungen, die sie auf benachbarte Himmelskörper ausüben.

Es gibt bislang nur eine kleine Zahl von Himmelsobjekten, die die Astronomen als Schwarze Löcher verdächtigen. Einer dieser schwarzen Sterne trägt den Namen Cygnus X-1 und liegt im Sternbild des Schwans. Cygnus X-1 ist optisch nicht zu erfassen, wirkt jedoch gravitativ auf seine Nachbarn ein.

Den theoretischen Grundstein für die Annahme der Existenz Schwarzer Löcher legte 1916 – in seinem Todesjahr – der deutsche Physiker Karl Schwarzschild. Er war einer der ersten Denker, die sich im komplizierten Gestrüpp der Einsteinschen Feldgleichungen zurechtfanden. Er gelangte zu einer Lösung, die die Errechnung des „Schwarzen Horizonts“ eines Himmelskörpers ermöglicht.

Dem Vater der Theorie des Schwarzen Loches zu Ehren erlaube ich mir, einem solchen „schwarzen Horizont“ den passenden Namen Schwarzschild zu verleihen.

Den Berechnungen dieses Denkers zufolge wäre die Erde, verdichtet auf die Größe einer Murmel (Durchmesser knapp zwei Zentimeter), ein Schwarzes Loch. Im Normalzustand – also im Abstand von 6370 km vom Erdmittelpunkt – hat die von der Erdoberfläche abgehende Strahlung keine Ausbreitungsprobleme: Die Geschwindigkeit, die nötig ist, um die irdische Oberfläche ohne Rücksturz zu verlassen, liegt bei 11,2 Kilometern pro Sekunde. Diese Geschwindigkeit wird Entweichgeschwindigkeit genannt.

Da das Licht sich unter Bedingungen schwacher Gravitation mit einer Geschwindigkeit von rund 300.000 km/s fortpflanzt, gibt es für das Erdlicht keine nennenswerten Ausbreitungsprobleme.

Eine dramatische Änderung aber tritt ein, wenn wir uns mit Schwarzschild die Erde so stark verdichtet vorstellen, dass die Entweichgeschwindigkeit an ihrer Oberfläche, dem Schwarzschild, 300.000 km/s beträgt. Die Entweichgeschwindigkeit auf der gekrümmten Oberfläche der superschweren Erd-Murmel wäre jetzt ebenso groß wie die Lichtgeschwindigkeit selbst. Die gigantische erforderliche Entweichgeschwindigkeit „zehrt“ gleichsam die Ausbreitungsfähigkeit des Lichts auf.

Die Erde wäre damit ein Schwarzes Loch, und ihre Oberfläche bildete einen Schwarzschild : Von „außen“ ist dieser Horizont optisch undurchdringlich, und von „innen“ könnte nicht einmal Licht entweichen, weil die extreme Oberflächengravitation dies nicht gestattet. Dieser schwarze Horizont ist ein Ereignishorizont, der alles Geschehen im „Innern“ gleichsam festhält.

Mehr noch: im Regelfalle – also bei normalen Himmelskörpern – folgt jeder Lichtstrahl einem bestimmten Zeitpfeil, der vom Zentrum „durch die Oberfläche hindurch“ nach außen weist. In einem Schwarzen Loch Schwarzschildscher Prägung aber ist dieser Zeitpfeil umgedreht: Alles Licht (gesetzt, hier gäbe es Licht) muss in Richtung der zentralen Singularität gezogen werden und hier unwiederbringlich „verschwinden“.

Während also die „Zukunft“ jedes Lichtstrahls gewöhnlich im räumlichen Sinne weit entfernt von seiner Quelle liegt, muss die Zukunft allen Geschehens in einem Schwarzen Loch „festgehalten“ werden.

So wäre in dieser Logik die Zukunft eines Beobachters, der dem Schwarzschild zu nahe kommt, unwiderruflich besiegelt: Er kann dem Gravitationsstrudel nicht mehr entrinnen, verliert am Ereignishorizont seine physikalische Identität, wird „entmaterialisiert“ und dem Schwarzen Loch einverleibt.

Ein Schwarzes Loch – das Ende einer Sternenkarriere?

SchwarzeLoecher1

Gravitation wird seit Newton durchgängig als “Anziehungskraft“ betrachtet, deren Kraftpfeil geradlinig zum Zentrum weist. Deshalb nehmen die Kosmologen an, dass es im Laufe der kosmischen Geschichte allenthalben zu „örtlichen“ Verdichtungen kam, aus denen Galaxien, Sonnensysteme und Planeten entstanden, die schließlich alle das Schicksal eines Schwarzen Loches teilen müssen. Der „Motor“ dieser unerbittlichen örtlichen Verdichtungsvorgänge ist allemal die Gravitation.

Warum aber verdichtet sich dann unsere Sonne nicht stetig weiter? Die Antwort der Astrophysik: Bei einem bestimmten Verdichtungsgrad und entsprechend hohen Temperaturen zündete vor ca. 5 Milliarden Jahren im Zentralbereich der Sonne das Wasserstoffbrennen: Ein gigantischer Kernfusionsprozess kam in Gang, und der Strahlungsdruck des thermonuklearen Feuers wirkt seitdem der Gravitation entgegen. Die Sonne befindet sich mithin im Gleichgewicht zwischen nach außen gerichtetem Strahlungsdruck und nach innen gerichteter „Anziehungskraft“ – und das noch viele Milliarden Jahre lang.

Eines fernen Tages aber muss der solare Wasserstoffvorrat erschöpft sein. Die Sonne, so die modernen Vorstellungen, dehnt sich dann für kurze Zeit zu einem kalten roten Riesen, stößt möglicherweise ihre äußeren Gashüllen explosionsartig ab, und der zentrale Strahlungsdruck lässt nach. Dann beginnt der Gravitationsdruck zu überwiegen, und die Sonne muss sich weiter verdichten.

Irgendwann ist sie zu einem Weißen Zwerg mit einem Durchmesser von 14 Kilometern geschrumpft. Sollte sie eine Größe von nur noch etwa 8 Kilometern erreichen, so kann sie als Neutronenstern bezeichnet werden. Die elektronischen „Hüllen“ ihrer Atome sind unter dem gewaltigen Gravitationsdruck zerbrochen, und die Atomkerne in ihrer „nackten“ Gestalt sind jetzt dicht an dicht gepackt.

Hätte die Sonne schließlich einen Durchmesser von sechs Kilometern erreicht, so entspräche ihre Oberfläche dem Schwarzschild eines Schwarzen Loches – sie würde unsichtbar.

Der Zustand der „Materie“ innerhalb eines Schwarzen Loches ist dann nicht mehr zu beschreiben. Denn selbst die Neutronen als „nackte“ Kernelemente müssen nun „ineinandergequetscht“ sein – sie können also nicht mehr als Neutronen bezeichnet werden. Wie sich Energie innerhalb eines Schwarzen Loches „darstellt“, ist weder mit der Quantentheorie noch mit der Allgemeinen Relativitätstheorie erfassbar.

Mit dem Problem der Schwarzen Löcher gelangen die herkömmlichen physikalischen Theorien an ihre Grenze. Materie kann nicht mehr eindeutig definiert werden; sie unterliegt hier extremen „Grenz“- oder gar „Transformationsbedingungen“. Ein Schwarzes Loch bildet eine Singularität, und alle herkömmlichen Begriffe von Zeit, Raum und Materie versagen hier.

Eine relativistische Uhr muss auf der schwarzen Oberfläche ihre physikalische Existenz aufgeben; jede denkbare Zeiteinheit muss hier „unendlich gedehnt“ erscheinen. Ferner kann im „Innern“ eines Schwarzen Loches nicht mehr von „Raum“ gesprochen werden, weil die Neutronen keinen „Abstand“ zueinander und damit auch keine „individuelle“ Existenz mehr besitzen. Es kann kein „Hier“ und kein „Anderswo“ mehr geben, zwischen denen Wechselwirkungen stattfinden. Das ist der Fluch der Singularität.

Anderswo, Singularität und Entropischer Zeitpfeil

Es liegt auf der Hand, dass jede Theorie, die auf dem Prinzip des Anderswo beruht, solche unbeschreiblichen Zustände tunlichst zu vermeiden oder zu umgehen sucht. Wo keine Wechselwirkungen stattfinden, wo eine Größe mit der anderen nicht mehr verglichen werden kann, da müssen Theorien kapitulieren, denen ohne Wechselwirkung die Begriffe fehlen.

Wir finden mithin beim Extremfall des Schwarzen Loches den „letzten Grund“, weshalb Albert Einstein den Mittelpunkt auszuschalten trachtete: Es war der Versuch, Singularitäten zu vermeiden.

Und so nimmt es nicht wunder, dass auch die Quantentheorie, die ebenfalls auf dem Prinzip des Anderswo, auf dem Prinzip der Wechselwirkungen, beruht, nach Möglichkeiten sucht, das Singularitätstabu zu wahren. Soweit nämlich Schwarze Löcher als materielle Verdichtungsprodukte angesehen werden, lauert das Problem der unendlichen Materiedichte.

Da nun aber andererseits die herkömmliche Gravitationsdeutung dazu zwingt, sich mit der Frage der Schwarzloch-Verdichtung auseinander zu setzen, so heißt die Preisfrage: Wo ist der Ausweg, mit dem „unwiderrufliche“ Singularitäten vermieden werden können?

Manche Theoretiker stellen sich Einstein-Rosen-Brücken oder Wurmlöcher als Auswege aus dieser geschichtlichen Sackgasse vor. Das sind gleichsam „Transformationswege“, an deren „anderem Ende“ das Schwarze Loch als Weißes Loch mit Ausdehnungstendenz erscheint.

Wenn wir einmal vom Modell der Wurmlöcher absehen, so haftet der Verdichtungstendenz aller Himmelssysteme hin zu Schwarzen Löchern etwas höchst Unbefriedigendes an. Ihr Zeitpfeil ist nämlich, wie schon gezeigt, nach innen, also zum Zentrum gerichtet. Die allgemeine Tendenz des Universums aber ist nach allgemeiner Auffassung die „Raumdehnung“. Dieser wohnt die Tendenz der Entdichtung inne, und der allgemeine Zeitpfeil, die kosmische Entwicklungsrichtung, weist nach außen, weg vom Zentrum.

Diese Einbahnigkeit allen grundlegenden Geschehens können wir als Entropisches Prinzip bezeichnen. Wenn also das Universum sich ausdehnt, so sinken im Durchschnitt Energiedichte, Temperatur und Gravitation, und die Entropie (das Maß der Differenzierung oder „Unordnung“) steigt.

Bei Sonnen oder gar Galaxien, die sich schrumpfend verdichten, sinkt hingegen die Entropie, und Dichte, Temperatur und „internes“ Gravitationsniveau müssen steigen.

Wenn der Schicksalsweg aller Sonnen und aller Galaxien der Verdichtung unterworfen ist und in einem Schwarzen Loch enden muss, so kommen wir nicht umhin, für alle großen Himmelssysteme einen Zeitpfeil anzunehmen, der dem universellen Zeitpfeil zuwiderläuft: Allgemein wachsen die Abstände (der Raum dehnt sich), sinken Dichte, Temperatur und Gravitation; im einzelnen aber schrumpfen die Abstände, und Dichte, Temperatur und Gravitation steigen.

Dieser schreiende Widerspruch zweier entgegengesetzter entropischer oder thermodynamischer Zeitpfeile innerhalb eines kosmischen Modells ließ Stephen Hawking nicht ruhen. Hawkings Vorstellungen (vor allem: „Eine kurze Geschichte der Zeit“, Reinbek 1988) gehören zu den fortgeschrittensten, die heute in der Fachwelt Bedeutung besitzen. Denn Hawking tritt mit einem Programm an, das seit Jahrzehnten als unlösbar gilt – nämlich eine Theorie zu finden, die Einsteins Allgemeine Relativitätstheorie mit der Quantentheorie verbindet.

Hawkings Schwarze Löcher und ihre entropische Doppelschere

Hawkings Überlegungen zufolge sind Schwarze Löcher gar nicht so schwarz, und sie geben auch Strahlung ab. Sie besitzen nach Hawking die Tendenz zu „verdampfen“. Sterne können wohl zu Schwarzen Löchern schrumpfen. Dann aber drehen sie ihren Zeitpfeil um: Sie verdichten sich nicht weiter nach „innen“, sondern schrumpfen, indem sie ihre Energie über einen angenommenen „Tunneleffekt“ nach außen abstrahlen, bis sie schlicht verschwinden.

Mit dieser Überlegung, so scheint es, unterliegen Schwarze Löcher letztendlich doch dem allgemeinen Zeitpfeil, der von wachsender Entropie gekennzeichnet ist. Allerdings – hier ist der Haken: Bei Hawking erlebt nämlich ein „großes“ Schwarzes Loch auf seinem Verdampfungsweg zum „kleinen“ Schwarzen Loch eine merkwürdige Karriere: Ist es groß, muss es nämlich einen kalten Schwarzschild besitzen, und dieser muss sich mit Verdampfung und Verkleinerung stetig erwärmen.

Da nun hohe Temperatur ein Maß für geringe, eine niedrige Temperatur aber ein Maß für hohe Entropie ist, muss also eine große kalte Schwarzloch-Oberfläche eine hohe Entropie, eine kleine heiße Schwarzloch-Oberfläche aber eine niedrige Entropie besitzen. Ein sehr kleines Schwarzes Loch muss dann, kurz bevor es endgültig verdampft, eine minimal kleine Entropie (=extrem hohe Oberflächentemperatur) aufweisen, obgleich es dem allgemeinen Zeitpfeil der wachsenden Entropie folgt.

Hawkings Überlegungen laufen also darauf hinaus, das Paradoxon des umgekehrten Schwarzloch-Zeitpfeils aufzulösen, indem er an seine Stelle ein neues setzt: Die tendenzielle Abnahme der Schwarzloch-Entropie „bestätigt“ paradoxerweise die tendenzielle Zunahme der Gesamt-Entropie des Kosmos.

Hinzu kommt ein Doppel-Paradoxon, das das Verhältnis eines großen und eines kleinen Schwarzen Loches zueinander und zu ihrer Umgebung anbetrifft.

Die allgemeine „Universaltemperatur“ liegt heute – in den Weiten des gigantisch gedehnten Kosmos – bei knapp 3 Kelvin, genau: bei 2.7 Kelvin. Das liegt knapp über dem absoluten Nullpunkt. Dieser liegt bei rund minus 273,5 Grad Celsius. Man spricht heute weltweit von der 3-K-Strahlung.

Jeder bekannte Himmelskörper besitzt je nach Energiegehalt eine deutlich darüber liegende Temperatur. So gibt es zwischen jedem Himmelskörper und seiner Umgebung ein Temperaturgefälle, das von innen nach außen verläuft. Mit ihrer Strahlung gibt die Sonne Wärme nach außen ab.

Ein großes Hawkingsches Loch, dessen Temperatur unter 2.7 K liegt, muss umgekehrt Wärme aus seiner Umgebung aufnehmen. Hier müssen also notwendig die Zeitpfeile des Temperaturgefälles und der Strahlung nach innen gerichtet sein. Ein großes Hawking-Loch, das kühler ist als 2.7 K, muss unentwegt Materie und Strahlung, mithin Wärmeenergie, aus seiner Umgebung schlucken. Andererseits muss es für ein derartiges Loch unmöglich sein, Wärme mittels Strahlung nach außen abzugeben.

Denn der umgedrehte thermodynamische Zeitpfeil verbietet es einem solchen Schwarzen Loch, Wärmeenergie in Form von Strahlung zu exportieren und damit zu schrumpfen.

Denn wenn wir von einem thermischen Energiegefälle sprechen, so ist dieses ebenso „einbahnig“ wie ein Wasserfall, der in die Tiefe stürzt. Wir können in diesem Falle keineswegs von „Wechselwirkung“ sprechen. Denn unser Schwarzes Loch ist im Verhältnis zu seiner Umgebung, nämlich der Gesamtheit der kosmischen Systeme, vernachlässigbar klein. Im Sinne Ernst Machs liegt die „thermische Gegenwirkung“ des Schwarzen Loches im Vergleich zu allen „entfernten Massen“ bei Null.

Ein solches Hawking-Loch muss dem absurden Schicksal unterliegen, beständig Wärmeenergie aus dem umgebenden Raum aufzunehmen und dabei mit wachsendem Schwarzschild immer kühler zu werden, bis es bei Null Kelvin angelangt ist.

Mit anderen Worten: ein Schwarzes Hawking-Loch besitzt nur dann eine Chance, dem allgemeinen entropischen Zeitpfeil zu folgen, wenn seine Oberflächentemperatur höher liegt als die seiner Umgebung.

Erst ein Hawking-Loch, das eine höhere Temperatur als 2.7 K aufweist, besitzt ein thermodynamisches (entropisches) Gefälle in bezug auf seine kühlere Umgebung. Es sollte dann aber auch selbst der Tendenz der Abkühlung unterworfen sein. Mit Hawking aber muss ein kleines Schwarzes Loch umso heißer sein, je mehr es sich schrumpfend verausgabt.

Ein Schwarzer Körper – Portal in den thermodynamischen Irrgarten

Wie gelangte Hawking in diesen thermodynamischen Irrgarten? Diese Frage ist von besonderem Interesse, denn Hawkings Absicht liegt ja in einer Vereinigung von Allgemeiner Relativität und Quantentheorie.

Der Schwarze Ereignishorizont, den wir treffend mit dem Namen seines Erfinders einen Schwarzschild nennen können, ist zweifellos eine Errungenschaft der Gravitationstheorie und, wie schon erwähnt, aus der Allgemeinen Relativität abgeleitet.

Nun gibt es aber noch ein anderes schwarzes „Ding“ in der Sternenphysik, nämlich den Schwarzen Körper. Dieser gehört in den kosmologischen Deutungsbereich der Quantentheorie und ist das Lieblingskind der Astrophysik. Mithin: Wenn Hawking danach trachtet, Relativität und Quantentheorie auf kosmologischer Ebene zu vereinigen, so kann er nicht umhin, die Theorie des Schwarzen Loches mit der Theorie des Schwarzen Körpers zu verbinden.

Einen Schwarzen Körper können wir uns einfach als schwarze Hohlkugel vorstellen, deren Material eine gewisse Hitzebeständigkeit aufweisen muss. Die Bedeutung der Schwarzkörpertheorie wurde aus Laborbeobachtungen abgeleitet, wonach die Wellenlängen der Strahlung eines schwarzen Kastens sich mit Erhitzung verkürzen und in den blauen Spektralbereich wandern.

Das sogenannte Strahlungsmaximum wird umso energiereicher, je heißer der Schwarze Körper ist: Der Bereich größter Strahlungshelligkeit wandert bei Erhitzung stetig durch das blaue Spektrum. Umgekehrt muss ein Schwarzer Körper mit Abkühlung zunehmend Licht roter Färbung (langer Wellen) aussenden.

Verknüpfen wir nun mit Hawking das Phänomen des Schwarzen Loches mit jenem des Schwarzen Körpers, so gelangen wir zu folgendem Gedankengang: Ein kleines Schwarzes Loch muss relativ wenig „Masse“ besitzen, ein großes Schwarzes Loch relativ viel. Ein großes Schwarzes Loch ist folglich „schwerer“ und muss deshalb eine stärkere Oberflächengravitation besitzen.

Diese aber bewirkt eine Gravitationsrotverschiebung der Strahlung. Rotverschobene Strahlung indessen ist das Kennzeichen eines kühlen Schwarzen Körpers: Auf dem Schwarzschild eines großen Schwarzen Loches müssen deshalb geringe Temperaturen (knapp über dem absoluten Nullpunkt) herrschen.

Entsprechend muss ein kleines Schwarzes Loch mit kleinem Schwarzschild über eine relativ geringe Oberflächengravitation verfügen. Dies erlaubt der Strahlung, mit kurzen Wellenlängen zu entfleuchen. Blauverschobene Strahlung aber heißt nach der Schwarzkörpertheorie: hohe Temperatur. Was also zu beweisen war: Kleine Schwarze Löcher strahlen blau, sind sehr heiß und besitzen eine niedrige Entropie.

Der Kunstgriff ist brillant, aber er bleibt ein Kunstgriff. Denn wodurch ist die Oberfläche eines Schwarzen Loches nach Karl Schwarzschild charakterisiert? Auf jedem Schwarzschild, gleich welcher Größe, muss nämlich exakt die gleiche Grundbedingung erfüllt sein: ein Gravitationsniveau, das Licht schluckt statt ausstrahlt.

Der Unterschied zwischen einem großen und einem kleinen Schwarzen Loch besteht aus Schwarzschilds Sicht einzig in der Reichweite des ausgelegten Gravitationsfeldes, nicht aber in verschieden hohen Gravitationsniveaus auf ihren Oberflächen.

Genau betrachtet, sind die Hawking-Löcher mit Eigenschaften ausgestattet, die sie aus dem Kreis der Schwarzschildschen Gravitationsmonster ausschließen. Denn entweder hält eine extrem gravitative Oberfläche Strahlung fest, womit sie sich als Ereignishorizont Schwarzschildscher Prägung qualifiziert; oder die Oberfläche entlässt Strahlung, und dann ist sie nicht mit der Qualität eines Schwarzschildes begabt.

Hawking-Löcher sind theoretische Konstrukte, deren Oberflächengravitation grundsätzlich unterhalb der Schwarzschild-Schwelle liegt.

Immerhin – mit dem Kunstgriff der Verbindung von Schwarzloch- und Schwarzkörpertheorie gelingt es Hawking als erstem Quantentheoretiker, die Zeitpfeile einer relativistischen und einer Schwarzkörper-Uhr „gleichzurichten“. Im Regelfalle nämlich scheren die Zeitpfeile beider hypothetischer Uhren unvereinbar auseinander.

SchwarzeLoecher2

Denn eine relativistische Uhr muss bei höherer Gravitation langsamer ticken, eine Schwarze Uhr aber tickt bei höherer Temperatur rascher. Zwei dieser Vergleichsuhren, die auf Basis atomarer Schwingungen ticken und im irdischen Labor gleich schnell laufen, müssen auf dem „gelben Horizont“ der Sonnenoberfläche eine Zeitschere erleben.

Hier herrscht eine Gravitation von 28 g – das ist um den Faktor 28 höher als auf der Erd- oberfläche –, und die relativistische Uhr muss langsamer ticken als auf Erden. Zugleich aber herrschen Temperaturen von geschätzten 6000 Kelvin, weshalb eine Schwarze Uhr hier rascher laufen muss als im irdischen Labor, wo die Temperatur bei nur knapp 300 Kelvin (um 25 Grad Celsius) liegt.

Diese Zeitschere, so harmlos wie kurios sie auf den ersten Blick auch anmuten mag, gehört zu den fundamentalen Problemen der modernen Physik. Hawkings Kunstgriff kann zwar diese Zeitschere nicht aus der Welt schaffen. Wohl aber ist die Schere geschlossen, soweit es die Theorie der Hawking-Löcher anbetrifft.

Und das geht so: Auf der Oberfläche eines großen Loches müssen zwei solcher hypothetischer Uhren gemeinsam langsam gehen; hierbei folgt die relativistische Uhr der hohen Gravitation, die Schwarze Uhr der niedrigen Temperatur. Auf der Oberfläche eines kleinen Loches müssen beide Uhren gemeinsam rasch ticken, denn die Gravitation ist niedrig und die Temperatur hoch.

Am Ende aber steht erneut ein Paradoxon, und die Zeitschere klafft wieder in ihren Regelzustand: Ist nämlich das heiße, schwach gravitierende kleine Loch schließlich verdampft, so muss im verbleibenden schwachen Gravitationsfeld, das durch das nächsthöhere, aber weit entfernte Zentrum gebildet wird, die relativistische Uhr ihr raschestes Gangtempo einlegen, die Schwarzkörper-Uhr aber muss wegen der jetzt sehr geringen Umgebungstemperatur sehr langsam laufen.

Schwarze Körper, Gravitation und Thermodynamik

Wie kommt es, dass bei allen Versuchen, die relativistische Gravitationstheorie mit der Schwarzkörper-Deutung zu verbinden, stets aufs neue Paradoxien auftauchen? Dies ist dem Umstand zu verdanken, dass die Theorie des Schwarzen Loches aus der Gravitationstheorie stammt, die Theorie des Schwarzen Körpers aber aus der Strahlenphysik, die im irdischen Labor die Gravitation „vernachlässigt“, da sie zu den unbeeinflussbaren Rahmenbedingungen gehört.

In der relativistischen Gravitationstheorie hängt die Wellenlänge des abgestrahlten Lichts von der Oberflächengravitation eines Himmelskörpers ab. In der Schwarzkörpertheorie aber hängt die Wellenlänge des Lichts von der Oberflächentemperatur ab.

In der Astrophysik hat sich vollständig die Schwarzkörper-Deutung durchgesetzt. Jeder Stern wird hier wie ein Schwarzer Körper behandelt. Ein blau strahlender Stern besitzt danach eine hohe Oberflächentemperatur, ein rot strahlender Stern gilt als relativ kühl.

Nun aber gibt es unbestrittene gravitative Wirkungen, die Strahlungsvorgänge beeinflussen: nämlich die relativistische Gravitationsrotverschiebung, die Hawking ja auch anerkennt.

Die Gedankenkette verläuft bei Hawking deshalb so: Ist die Gravitation hoch, so ist die Lichtwelle lang und rot, und deshalb muss die Temperatur niedrig liegen. Dem hochgravitativen Zustand ist hier die Schwarzkörper-Deutung (rot = kühl) aufgesetzt oder angeklebt.

Würden wir umgekehrt einem rot strahlenden irdischen Schwarzkörper die Gravitationsdeutung aufsetzen, so müssten wir zu dem Ergebnis gelangen, der Körper müsse schwerer, wenn er rot, und leichter sein, wenn er blau strahlt.

Am deutlichsten tritt die Unvereinbarkeit von relativistischer Gravitationstheorie und Schwarzkörper-Deutung zutage, wenn wir ein kosmisches Kugelmodell zu Rate ziehen.

Denken wir uns eine sehr kleine kosmische Ur-Kugel relativistischer Prägung. Die Oberfläche dieser Kugel ist der „Raum“, und alle künftigen Himmelssysteme liegen nahe beieinander. Die allgemeine Gravitation muss extrem hoch liegen. Eine Einstein-Uhr muss sehr langsam ticken, und die durchschnittliche Wellenlänge des Lichts muss stark rotverschoben erscheinen.

Mit kosmischer Dehnung – bei Vergrößerung der Kugel – sinken Dichte und Gravitation, die typische Wellenlänge muss sich verkürzen (in den blauen Spektralbereich wandern), und die Einstein-Uhr muss tendenziell rascher ticken.

Betrachten wir nun unsere Ur-Kugel als Schwarzen Körper. Die hohe Dichte führt hier zu extremen Temperaturen; die typische Wellenlänge muss stark blauverschoben erscheinen, und eine Schwarzkörper-Uhr muss rasend schnell ticken.

Mit kosmischer Dehnung müssen die Temperaturen sinken, die typische Wellenlänge muss in den roten Bereich wandern, und die Schwarze Uhr muss ihren Lauf verlangsamen.

Wir sehen: Spektralwanderung und Uhrenkarriere verlaufen beim Schwarzkörper-Modell genau anders herum als beim Gravitationsmodell, und die Gravitation selbst erscheint überhaupt nicht als wirkende Kraft – ebenso, wie im relativistischen Modell die Einbeziehung der Temperatur fehlt.

Die Ursache für diese merkwürdigen und verwirrenden Unvereinbarkeiten liegt in einem erstaunlich einfachen Tatbestand: Ein Schwarzer Laborkörper liefert nämlich nur dann die von den Physikern erwarteten Ergebnisse, wenn das Gravitationsniveau, auf dem der Schwarze Körper beobachtet wird, gleich bleibt, das Temperaturniveau hingegen durch Erhitzung – also durch Zuführung von Energie – erhöht wird.

Zieht man hieraus den Schluss, dass allein das Temperaturniveau, nicht aber das Gravitationsniveau die Wellenlänge des Lichts beeinflusst, so wird man einen Stern wie die Sonne schlicht als heißen Schwarzen Körper betrachten, deren Oberflächengravitation zu vernachlässigen ist.

Es muss dann aber der Umstand missachtet werden, dass die Temperatur an der Sonnenoberfläche nicht durch Zufuhr externer Energie erzeugt wurde, sondern zu den natürlichen Eigenschaften der Sonne gehört.

Stellt man diese Tatsache in Rechnung, so gelangt man zu dem Schluss, dass die Temperatur der Sonnenoberfläche und ihr entsprechendes Gravitationsniveau zusammen gehören. Ebenso die relativ kühle Erdoberfläche und deren relativ niedriges Gravitationsniveau.

Lassen wir einmal die Frage der technischen Durchführbarkeit außer acht, so können wir bei einem Schwarzen Körper auf der Sonnenoberfläche den Effekt der Blauverschiebung nur dann erzielen, wenn wir ihn deutlich über seine Umgebungstemperatur erhitzen – also wie im Labor den Temperaturstatus ändern, den Gravitationsstatus hingegen unverändert lassen.

Ferner muss ein Schwarzer Körper auf dem höheren gravitativen und thermischen Niveau der Sonnenoberfläche relativ schrumpfen, also eine höhere spezifische Dichte aufweisen als auf der Erde. Ein stark erhitzter Laborkörper hienieden besitzt im Gegensatz dazu die Neigung zur Ausdehnung.

Alle über das „normale“ Maß hinaus erwärmten Gegenstände dehnen sich unter irdischen Bedingungen. Das ist eine Tatsache und gehört zu unserem sicheren Erfahrungsschatz. Doch die irdische Erfahrung kann nicht ungeprüft verallgemeinert werden. Denn der geschichtlich werdende Kosmos narrt uns und verhält sich genau umgekehrt wie ein erhitzter und gedehnter Laborkörper:

In der Zeit rückwärts gedacht, erwärmt sich das Universum, während es schrumpft. Zeitlich vorwärts betrachtet, kühlt es ab, während es expandiert!

Gravithermisches Modell und Zentralwirkung

Bevor wir zu einer abschließenden Einschätzung gelangen, wollen wir prüfen, welche Figur die Schwarzkörper-Deutung abgibt, wenn sie einer kosmologischen Nagelprobe ausgesetzt ist. In jüngster Vergangenheit, nämlich im Jahre 1987, entdeckten Astronomen in der Großen Magellanschen Wolke ein kosmisches Jahrtausend-Ereignis: die Entstehung einer Supernova.

Ein Supernova-Phänomen wird als Ausbruch eines betagten Sterns betrachtet, der seine äußeren Plasma-Hüllen explosionsartig abstößt. Die Astrophysiker erwarteten einen solchen Ausbruch von einem großen Stern mit kühler Oberfläche. Nach der allgemein favorisierten Schwarzkörper-Deutung sollte ein solcher kühler Supernova-Aspirant von roter Strahlungsfarbe sein.

Als man daran ging, die Teleskop-Aufnahmen vor und nach dem Supernova-Ereignis zu vergleichen, stieß man auf die Quelle der Explosion: Es war der Überriese Sanduleak 69 202, und in den astronomischen Verzeichnissen wurde Sanduleak als Himmelskörper blauer Färbung geführt. Dies aber heißt nicht mehr und nicht weniger, als dass blaue Strahlung Kennzeichen einer relativ kühlen Sternoberfläche ist!

Das Ergebnis der Supernova-Analyse in der Großen Magellanschen Wolke stellt eine vernichtende Niederlage für die Schwarzkörper-Deutung dar – einen niederschmetternden Beweis für ihre kosmologische Inkompetenz, die auf der Missachtung der Gravitation beruht. Doch war es kein Wunder, dass die Astronomen sich auf die Schwarzkörpertheorie stützten. Denn die relativistische Gravitationstheorie ist nicht in der Lage, Aussagen über kühle oder heiße Sterne zu treffen.

Wir sahen bereits: Kein Kunstgriff – auch keiner des genialen Stephen Hawking – kann die fundamentale Zeitschere außer Kraft setzen, die sich bildet, wenn wir das Gravitationsmodell der Relativitätstheorie und das Temperaturmodell der Schwarzkörper-Deutung an der Elle des Zeitpfeils der kosmischen Expansion durchspielen.

Eine Vereinigung beider Theorien ist ebenso unmöglich, wie gleichzeitig nach links und nach rechts zu gehen. Und so drängend die Notwendigkeit auch erscheint, Gravitation und Thermodynamik zusammenzubringen – weder der relativistische noch der Schwarzkörper-Ansatz kann diese Aufgabe lösen.

Denn wir hatten schon gezeigt, dass in der relativistischen Gravitationstheorie die Wellenlänge des abgestrahlten Lichts von der Oberflächengravitation eines Himmelskörpers abhängt, in der Schwarzkörpertheorie aber von der Oberflächentemperatur.

Hierbei fällt auf, dass die Schwarzkörpertheorie die Temperatur zum Angelpunkt erklärt, aber die Gravitation vernachlässigt, während die Allgemeine Relativitätstheorie die Gravitation als Herzstück hütet, aber die Temperatur missachtet.

Das ist das Dilemma der modernen Kosmologie. Ist eine Lösung in Sicht?

Ziehen wir ein drittes Mal unser kosmisches Kugelmodell zu Rate. Denken wir uns zunächst wieder unsere Ur-Kugel und vergegenwärtigen wir uns ihre fundamentalen Eigenschaften.

Die gesamte kosmische Energie ist auf „engstem Raum“ versammelt. Folglich müssen Energiedichte, Temperatur und Gravitation enorm hoch liegen. Bei Expansion müssen die Abstände wachsen, muss die Energiedichte sinken, muss die Temperatur sinken – und auch die Gravitation. Zugleich muss mit sinkender Gravitation – die von fallender Temperatur begleitet wird – die durchschnittliche Wellenlänge sich verkürzen und in den blauen Bereich wandern.

Eine Einstein-Uhr muss tendenziell rascher laufen, während die Schwarze Uhr aus dem Rennen ist, da die Schwarzkörper-Deutung ihre kosmologische Inkompetenz hinreichend bewiesen hat.

Die gravitativ-thermische Farbzuordnung blau=kühl und rot=heiß wird nicht zuletzt durch folgende Beobachtungstatsachen bestätigt:

1. Die Strahlung aus dem heißen und hoch gravitativen Zentrum unserer Galaxis ist deutlich rotverschoben. Im Radiowellenbereich – einem Spektralfeld mit relativ langen Wellen – besitzt das von Sagittarius A ausgesandte Licht die größte Strahlungsdichte

2. In den zentrumsnahen Gebieten unserer Galaxis – den Bereichen relativ hoher Gravitation und Temperatur – überwiegt die Zahl rot strahlender Sonnen. In den zentrumsfernen, äußeren Armen unseres galaktischen Systems – den Gebieten relativ niedriger Gravitation und Temperatur – finden sich überwiegend blau strahlende Sterne. Dies gilt für sämtliche beobachtbare Galaxien

3. Die Sonne, das Zentrum unseres kreisenden Systems, zeichnet sich durch zwei zusammenhängende Merkmale aus: a) Sie stellt mit einem Massenverhältnis von 1000:1 zum Rest des Systems die absolute gravitative Übermacht dar; b) sie besitzt mit ca. 6.000 Kelvin die höchste aller Oberflächentemperaturen des Systems. Die zentrale Sonne repräsentiert den absolut übermächtigen Energiegipfel des Systems, der durch hohes Gravitations- und thermisches Niveau gleichermaßen gekennzeichnet ist

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Die Betrachtung natürlicher Phänomene legt mithin die Folgerung nahe, rote Strahlung relativ hoher Dichte als Kennzeichen hohen gravitativen und thermischen Niveaus zu identifizieren.

Dieses Modell nenne ich das Gravithermische Modell, da hier Gravitation und Temperatur keine Schere bilden, sondern einem gemeinsamen entropischen Zeitpfeil folgen. Das gravithermische Modell steht in engem Zusammenhang mit dem Zentralwirkungsprinzip, das die Energie der Gravitation mit der Thermodynamik verbindet. Entsprechend führt das Zentralwirkungsprinzip zu einer neuartigen Deutung der Gravitation.

Gravitation stellt sich hier nicht als geradlinig anziehende Kraft dar, sondern als Wirbelfeld, in das die Trabanten eingebettet sind und von dem sie, im Sinne Johannes Keplers, um das Zentrum „herumgeführt“ werden.

Das Zentrum aber stellt den jeweils übermächtigen Energiegipfel eines kreisenden Systems dar, in dem mindestens 99,9 Prozent der gravitativen und thermischen Gesamtenergie konzentriert ist. Hier, im Zentrum unserer und folglich auch in den Zentren aller anderen Galaxien befinden sich jene gravithermischen Gipfelzonen, die das allseits beklagte „Massendefizit“ ausgleichen.

Aus dem Zentralwirkungsprinzip ergibt sich, dass das Zentrum unserer Galaxis von einem gigantischen Schwarzen Loch beherrscht wird, das freilich durch riesige wirbelnde Plasmaschichten verdeckt ist. Wenn unsere Galaxis etwa 300 Milliarden Sterne umfasst, so ist im Zentrum eine Energie geballt, die mindestens um den Faktor 1000 höher liegt, als alle Trabanten zusammen aufbringen.

Die Energie im Zentrum unserer Galaxis entspricht demnach mindestens 300 Billionen Sonnenmassen.

Der extrem heiße Schwarze Zentralpol zieht die Trabanten nicht geradlinig an, sondern legt in rasender Rotation ein mitziehendes Wirbelfeld aus, dessen Rotationsgeschwindigkeit und mitziehende Kraft nach außen sinken – und zwar in genau jenem Maße, das Johannes Kepler und Isaac Newton formuliert haben.

In diesem gravitativen Wirbelfeld gibt es jedoch keine „Fliehkraft“, und auf Newtons Dritten Bewegungssatz (Kraft F = Gegenkraft -F’ ) kann verzichtet werden. Denn Fliehkraft tritt erst dann auf, wenn ein Trabant über das Maß der natürlichen mitziehenden Kraft hinaus beschleunigt wird – wenn seine natürliche „Bahngeschwindigkeit“ durch Einwirkung äußerer Kräfte eine Erhöhung erfährt.

Das gravitative Wirbelfeld expandiert wie der gesamte Kosmos, die Zeitkarriere jedes Trabanten verläuft spiralförmig, und der schwarze Zentralpol muss sich mit zunehmender Expansion verausgaben.

Während die Galaxis expandiert, muss das Schwarze Loch im Zentrum schrumpfen, und seine Oberfläche muss stetig kleiner werden. Zugleich bleiben Gravitationsniveau und Temperatur auf der schwarzen Oberfläche unverändert, doch mit ihrem „Zurückweichen“ sinkt die „mitziehende“ Kraft des Zentrums, und damit auch Durchschnittsgravitation und -temperatur des sukzessive wachsenden und langsamer rotierenden Systems.

Im gesamten Verlauf dieses Prozesses entlässt der Zentralpol im Äquatorbereich beständig Trabanten, deren Jahre im Verlaufe ihrer Spiralkarriere immer länger werden.

Wir haben es im Buchstabensinne mit einem Abwicklungsprozess zu tun.

Der Schwarze Zentralpol unserer Galaxis ist eine Materiequelle.

Im gravithermischen Modell stellen Schwarze Löcher nicht den historischen „Endpunkt“ der kosmischen und galaktischen Karriere dar, sondern den Urquell aller expansiven Entwicklung. Da sich hier der Schwarze Zentralquell wirbelnd verausgabt, folgt er gleichgerichtet dem allgemeinen Entropischen Gefälle.

Die thermodynamische und die gravitative Gefälletendenz verlaufen synchron und sind sowohl räumlich wie historisch stets gleichgerichtet: Der gravithermische Zeitpfeil weist vom Zentrum nach außen – allerdings nicht geradlinig, sondern spiralförmig.

Welche Folgerungen sich aus dem Zentralwirkungsprinzip ergeben, wenn wir es auf kosmologische Phänomene anwenden, habe ich an den dargestellten Beispielen gezeigt. Aber auch für die Atomphysik, für die Physik des Kleinsten, liefert das Modell Fenster, die auf dem Wege zu einer Einheitlichen Feldtheorie beachtliche Ausblicke bieten können (siehe: „Gravitationsmetrik und Wasserstoffatom“).

Das Zentralwirkungsprinzip liefert ein einheitliches Modell sowohl für das Größte wie für das Kleinste. Es ist engstens verwandt mit dem altägyptischen Hermetischen Prinzip sowie mit der altchinesischen Lehre des Tao. Und es ist ebenso verwandt mit dem modernen Holographischen Prinzip.

Und diese Prinzipien besagen: Die Struktur des Kleinsten entspricht der Struktur des Größten. Oder: Die Struktur des Teils entspricht der Struktur des Ganzen.

Atlantis

Über den Beginn des Quintär-Zeitalters

Der Carolina-Meteor und der Untergang von Atlantis

In den offiziellen Geschichtsbüchern unserer heutigen Welt tauchen alte und längst versunkene Kulturen auf, die berühmte Namen tragen: Sumer im Zweistromland, Ägypten im östlichen Nordafrika, die Maya-Kultur in Südamerika, um nur einige zu nennen. Aus diesen Kulturen wurden zahllose Belege ihrer Existenz, ihrer kulturellen Ausprägung, ihrer Blüte und ihres Untergangs geborgen. Doch es gibt eine Kultur, die älter ist als die sumerische und die ägyptische, und es gibt bedeutende Überlieferungen, Kulturspuren und geologische Befunde, die auf ein gewaltiges Reich mitten im Atlantik hinweisen: Atlantis.

Die offizielle Geschichtsschreibung ignoriert diese uralte Kultur, und was zeitgenössische Forschermühen angeht, so hat man mindestens zwei Dutzend Orte im Verdacht, einst Sitz des alten Atlantis gewesen zu sein. Diese Orte liegen im Mittelmeer-Raum und im nördlichen Mitteleuropa, aber kein einziger dort, wo man ihn aufgrund seines typischen Namens vermuten kann: nämlich im Atlantik.

Atlantis – eine Kultur, die es nie gab? Eine Kultur, die vielen Spekulationen Nahrung gibt, von der aber niemand zu wissen scheint, wo sie einst existierte – einer solchen Kultur auf die Spur zu kommen, das ist Thema dieses Beitrags.

Was überliefert Plato?

Um das Jahr 10 700 v. Chr. wurde der Pyramidenkomplex bei Gizeh erbaut, und wenige Jahrzehnte danach brach die wahrscheinlich größte Katastrophe über die Erde herein, der die Menschheit je ausgesetzt war.

Diese Katastrophe ereignete sich nach der „Chronik von Akakor“ im Jahre 10 468 v. Chr., und Otto Muck („Alles über Atlantis“) identifizierte als Auslöser jene gigantische kosmische Bombe, die in der Geologie als „Carolina-Meteor“ bekannt ist.

Der Meteor jagte mit einer Geschwindigkeit von zwanzig Kilometern pro Sekunde in mehreren Stücken in den Atlantik, riss dort drei riesige Tiefseelöcher und senkte das gesamte Atlantik-Becken um drei bis fünf Kilometer.

Es scheint sich hierbei um keine „spontane“ Naturkatastrophe gehandelt zu haben, denn die Meteoritenbombe schlug für einen „Zufall“ allzu gut platziert in jene atlantischen Gebiete ein, die im Bereich des 30. Breitengrades liegen.

Denn genau hier siedelte Plato (427-347 v. Chr.) in seinen berühmten Timaios- und Kritias- Dialogen die alte Kultur der Atlanter an:

„Diese Großmacht kam vom Atlantischen Ozean, der damals noch schiffbar war; es lag nämlich vor der Meerenge, die ihr die >Säulen des Herakles< nennt, eine Insel: Diese war größer als Asien und Libyen zusammengenommen, und über sie gelangte man zu anderen Inseln und von diesen Inseln auf das gesamte gegenüberliegende Festland, das vom echten Meer umschlossen war; denn das Meer diesseits der Säulen des Herakles ist nur eine Bucht mit engem Eingang, jenes andere Meer dagegen wird mit Recht ein Ozean genannt, und das Land an seinen Ufern kann man wahrlich als einen Kontinent bezeichnen. Auf dieser Insel namens Atlantis gab es ein großes und wunderbares Reich, das über die ganze Insel, sowie viele andere Inseln und Teile des Kontinents herrschte...“ Plato verfaßte zwei Jahre vor seinem Tode – im Jahre 349 – seinen Bericht über die atlantische Kultur. Platos Bericht fußt auf Erzählungen Solons, der zweihundert Jahre vor ihm – in den Jahren nach 571 – in Ägypten ausführliche Berichte der Priester in Sais aufzeichnete. Solons Originalschriften sind verschollen, doch gelangte sein Bericht über Dropides, Kritias den Älteren und Kritias den Jüngeren schließlich an Plato. Platos Bericht wiederum wurde 800 Jahre später – im Jahre 450 n.Chr. – von dem Philosophen Proklos ausdrücklich bestätigt. In einem ausführlichen Kommentar zum Timaios-Dialog weist er auf den Historiker Krantor hin, der um etwa 260 v.Chr. – 300 Jahre nach Solon, 200 Jahre nach Herodot und 100 Jahre nach Plato – im Neith-Tempel zu Sais jene Hieroglyphensäule studiert habe, auf der Solons auf Plato gekommener Bericht beruht. Ägyptische Quellen geben Kunde vom „verborgenen Land“ Amen Ta im westlichen Ozean, und Charles Berlitz („Der 8. Kontinent“) berichtet, in arabischen Quellen sei die verschollene Kultur Ad genannt worden. In alten Überlieferungen Südamerikas ist die Erinnerung an Atlan oder Aztlan, das von dort aus gesehen im östlichen Ozean lag, noch in unseren Tagen lebendig. Und auch die Hopi in Arizona erinnern sich an ein großes Reich im Atlantik: Talawaitichqua, das „Land im Osten“ – eine Kultur, die bereits bestand, als große Teile des südamerikanischen Kontinents noch weitgehend unter Wasser lagen. Plato schildert in wunderbarer Sprache die Saga von Glanz, Verfall und Vernichtung einer einzigartigen Hochkultur. Im Unterschied zu den epischen Dichtungen Homers und anderen Götter- und Heldensagen der Hellenen enthält der Plato-Bericht eine Fülle detaillierter Beschreibungen der Stadtanlage, der weiteren Umgebung sowie der sozialen und militärischen Organisation – jedoch, ganz unüblich, kein einziges Heldenabenteuer.

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Platos Bericht ist zu umfangreich, als dass wir ihn hier ausführlich zitieren könnten. Deshalb im folgenden eine Zusammenfassung der wesentlichen Angaben:

1. Die „Götter“ haben die Erde in verschiedene Herrschaftsbereiche aufgeteilt
2. Atlantis lag westlich im Meer, zwischen der Straße von Gibraltar und dem gegenüberliegenden Kontinent
3. Poseidon gründete Atlantis und zeugte mit der erdgeborenen Kleito ein Königsgeschlecht von Göttersprösslingen; Atlas war der erste König
4. Poseidon legte die Hauptstadt nach exaktem geometrischem Muster an: Aus der Vogelperspektive ergibt sich ein Symbol aus drei konzentrischen Kreisen und einem Kreuz – dem Kreuz von Atlantis
5. Die atlantische Kultur war so mächtig, dass sie bis in den Mittelmeer-Raum hineinwirkte
6. Die atlantische Ethik verkam mit dem Verlust des „göttlichen Blutes“
7. Zeus berief den Rat der Götter ein mit dem Ergebnis, dass Atlantis in den Fluten des Ozeans versenkt wurde, und zwar neuntausend Jahre vor Platos Zeit

Betrachten wir zunächst das namentlich genannte Personal. Poseidon war ein Bruder des Zeus, und beide waren Söhne des Kronos, dessen Vater wiederum als Uranos bekannt war. Tatsächlich aber – so ergaben meine Recherchen –, kamen die Söhne des Uranos sämtlich erst nach der biblischen Sintflut, rund siebentausenddreihundert Jahre später, zu Macht und Ehren.

Dies bedeutet, dass Poseidon, der Enkel des Uranos, unmöglich eine Kultur gegründet haben kann, die bereits siebentausenddreihundert Jahre vor seiner Zeit untergegangen war. Atlas seinerseits ist ein Sohn des Japetos, der in den Jahren um 3 000 v. Chr. – 7 500 Jahre nach der Atlantis-Katastrophe – hoch droben im Norden, in Hyperborea, seinen Herrschersitz einnahm. Atlas, der Astronom – jener, der die Erde „auf seinen Schultern trug“ – gilt als einer der ersten hyperboreischen Könige. Und auch von Poseidon ist überliefert, dass er sich außer in Kanaan oft und gern im sagenumwobenen Hyperborea, im „Lande jenseits des Boreas“, aufhielt. Nicht aber im meerumtosten Inselreich Atlantis.

Was schließlich Zeus angeht, den angeblichen Initiator des atlantischen Strafgerichts, so trifft für ihn das gleiche zu wie für seinen Bruder Poseidon: Auch er trat erst über siebentausend Jahre nach dem Atlantis-Desaster in die Geschichte ein. Die atlantische Kultur auf dem 30. Breitengrad wurde im Jahre 10 468 v. Chr. zerstört, die hyperboreische Kultur jedoch erst in den Jahren um 1 220 v. Chr.

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Und: Hyperborea lag weit entfernt vom 30. Breitengrad – zwar per Schiff nur durch die „Säulen des Herakles“ zu erreichen, doch lag das Land weit im Norden, rund siebenundzwanzig Breitengrade vom 30. Breitengrad entfernt. Nämlich in jenem Landstrich, dessen Name verrät, dass hier einst Riesen gelebt haben. Es handelt sich um die Halbinsel Jütland, die die Nordsee von der Ostsee trennt.

Wir gelangen so zu dem Schluss, dass in Platos Bericht zwei zeitlich weit auseinander liegende Szenarien, zwei gänzlich verschiedene Kulturschauplätze und zwei deutlich unterscheidbare Personengruppen gleichsam „zusammengeschoben“ wurden.

Was sagen die geologischen und kulturellen Befunde?

Jetzt wollen wir uns der Frage zuwenden, welche Belege für Platos Angabe sprechen, das Reich der Atlanter habe im Atlantik gelegen, in jenem Meer, an dessen gegenüberliegender Küste ein Kontinent zu finden sei.

Folgen wir dem 30. Breitengrad in westlicher Richtung! Wir durchqueren zunächst Nordafrika und das Atlas-Gebirge. Die Meerenge von Gibraltar wird südlich und nördlich vom Gipfel des Atlas und den Bergen von Gibraltar flankiert – das waren in der Antike die „Säulen des Herakles“.

Wir blicken nun von der nordafrikanischen Küste nach Westen über den Atlantik. Zwischen uns und dem Bermuda-Dreieck vor der Halbinsel Florida liegen nichts als einige verstreute Inselgruppen: die Azoren und die Kanarischen Inseln. Kaum anzunehmen, so scheint der erste Blick zu zeigen, dass im Atlantik einst eine Kultur von jener Ausdehnung gelegen haben könnte, wie Plato das Inselreich beschreibt. Dies ist die Auffassung der meisten Historiker.

Wir werden überrascht sein, was eine genaue Untersuchung zutage fördern kann. Fassen wir also den Atlantik näher ins Auge!

Im Unterschied zum geologisch alten Pazifik zählt der Atlantik zu den sogenannten Neu-Ozeanen. Der Atlantik entstand, als die Landmassen des westlichen Doppelkontinents Amerika und die riesigen Kontinentalschollen Afrikas und Eurasiens auseinander rissen.

Die atlantischen Meeresbecken bestehen vorwiegend aus Basalt, einem magmatischen Gestein, das in glutflüssigem Zustand aus dem Erdinnern über Krater und Riss-Spalten an die Oberfläche quoll und sich dort als neue Erdkruste zwischen die auseinandertreibenden Granitschollen der heutigen Kontinente legte.

Die Quelle des geologisch jungen basaltenen Nachschubs ist ein riesiger Gebirgsrücken, der den gesamten Atlantik von Süd nach Nord durchzieht. Dieser ebenfalls basaltene Rücken ist vulkanisch und entsprechend voller „Unruhe“. Der Atlantik dehnt sich, und so ist das kontinentalnahe Basalt des Meeresbodens älter als das Material des in der Mitte liegenden Rückenmassivs.

Werfen wir einen Blick auf den Globus, so erkennen wir, dass der Atlantische Rücken S-förmig von Grönland bis zum Südpolarbecken verläuft. Dieses rund fünfzehntausend Kilometer lange und bis zu tausendfünfhundert Kilometer breite Basaltmassiv ist verbunden mit anderen Vulkangürteln, die alle Meere durchziehen. Die Gesamtlänge des globalen basaltenen „Nahtsystems“ liegt bei sechzigtausend Kilometern.

Fassen wir nun die Tiefenstruktur des Nordatlantik näher ins Auge. Der basaltene Mittelrücken liegt im Schnitt zweitausend Meter unter dem Meeresspiegel. Schwellenarme verbinden den Rücken mit den Kontinenten. Dazwischen liegen die Senken der atlantischen Becken.

Die größte dieser ozeanischen Wannen ist das nordamerikanische Becken. Es ist etwa 6,5 Kilometer tief – rund zwei Kilometer tiefer als die Großbecken im Westpazifik.

Zwischen den Bermudas und dem südlich gelegenen Puerto Rico erkennen wir ein riesiges Tiefsee-Doppelloch mit einer Tiefe von 6995 Metern; es liegt knapp südlich des 30. Breitengrades.

Südwestlich, unmittelbar nördlich von Puerto Rico, liegt einer der tiefsten ozeanischen Gräben der Erde: die Milwaukee-Tiefe mit 9 219 Metern.

Östlich dieses Grabens – jenseits des Mittelrückens – finden wir ein weiteres gigantisches Loch im Kapverden-Becken. Seine Tiefe: 7292 Meter. Ein fast ebenso tiefes Loch finden wir nördlich im Kanaren-Becken.

Die Analyse des nordamerikanischen Beckens zeigt, dass hier einst ein breites Schwellensystem von New York bis Puerto Rico den westlichen Kontinent mit dem Mittelrücken verband. Dieses einstige Schwellensystem liegt auf dem 30. Breitengrad und ist heute zerschmettert.

Genau auf diesem Schwellenarm liegt das Bermuda-Dreieck – jenes Gebiet, in dem Hunderte von Schiffen und Flugzeugen spurlos verschwanden, kleine Propellermaschinen mit der doppelten Reisegeschwindigkeit von Düsenjets regelrecht „teleportiert“ wurden, auf Luft- und Wasserfahrzeugen Kompasse und elektronische Anlagen versagten und in dem Hunderte von Menschen an einem Strand in Florida einen Flugzeugabsturz ins Meer beobachteten, ohne dass ein einziges Trümmerstück oder Ölspuren gefunden wurden (Charles Berlitz, „Der 8. Kontinent“).

Auf modernen Reliefkarten ist unschwer zu erkennen, dass der Mittelrücken genau im Bereich des 30. Breitengrades noch heute seine größte westöstliche Ausdehnung besitzt. Was die Tiefseelöcher in den Kanarischen und Kapverdischen Becken anbetrifft, so sind sie Zeugen zerschmetterter Schwellenarme, deren Reste als Kanarische und Kapverdische Inseln noch eng mit dem afrikanischen Kontinentalschelf verbunden sind.

Die ostatlantischen Becken sind heute im Schnitt 4,5 Kilometer tief. Die Gibraltarschwelle zwischen Afrika und der Iberischen Halbinsel steigt auf bis zu 750 Meter unter der Wasserlinie. Das mittelmeerische Westbecken ist etwa 3,5 Kilometer, das Ostbecken drei Kilometer tief.

Die Tiefenmarken der meerischen Becken sinken vom Einschlagsgebiet im Atlantik bis zum ostmittelmeerischen Becken über 6,5 – 4,5 – 3,5 auf drei Kilometer ab.

Der Atlantische Mittelrücken liegt im Schnitt zwei Kilometer unter dem Meeresniveau, doch erheben sich auf ihm nicht nur die als Inseln sichtbaren Azoren. Es gibt eine Vielzahl von vulkanischen Gipfeln, die bis zu 146 Meter unter den Wasserspiegel aufragen. Lassen wir in Gedanken die Wasserhöhe nur um einen Kilometer sinken – oder den Rücken aufsteigen – so wäre die Mitte des Atlantik von Süd nach Nord mit einer Kette von Vulkaninseln markiert, die einen knappen Kilometer aus dem Meer ragen.

Die Gibraltarschwelle aber läge jetzt rund zweihundertfünfzig Meter oberhalb des Meeresniveaus, und das Mittelmeer wäre vom Atlantik abgeriegelt!

Lassen wir den Rücken und seine Schwellenarme gar um drei Kilometer aufsteigen, so erblicken wir eine zusammenhängende basaltene Landmasse, die sich nach Norden bis Grönland, westöstlich am 30. Breitengrad erstreckt und im Schnitt einen Kilometer über dem Meer liegt.

Der amerikanische Meeresgeologe Maurice Ewing fasste nach Charles Berlitz vor Jahrzehnten seine Erforschung des atlantischen Tiefenreliefs so zusammen: „Entweder ist das Land drei- bis fünftausend Meter abgesunken, oder der Meeresspiegel ist um drei- bis fünftausend Meter gestiegen. Beide Möglichkeiten sind gleich aufregend.“

Die zweite Möglichkeit ist freilich nicht im geringsten aufregend, denn wo sollte je so viel Wasser gebunden gewesen sein, um den Meeresspiegel auf Dauer um drei bis fünf Kilometer ansteigen zu lassen? So bestätigt Ewing in jedem Falle, dass der atlantische Mittelrücken und seine Schwellenarme einst über dem Wasser gelegen haben müssen.

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Damit erstreckte der basaltene atlantische Kontinent sich einst auf dem Mittelrücken über sechstausend Kilometer bis nach Grönland. Der Kontinent besaß im Bereich des 30. Breitengrades eine West-Ost-Erstreckung, die als kompakte Landmasse wenigstens zweitausend Kilometer Länge erreichte.

Was schließlich die wahrscheinliche Lage der ehemaligen Hauptstadt Poseidia angeht, so kann sie im kompaktesten Bereich des Landmassivs vermutet werden – dort, wo der Mittelrücken vom 30. Breitengrad geschnitten wird. Dieser Punkt liegt bei 40° westlicher Länge.

Freilich ist es recht unwahrscheinlich, dass eine Tauchexpedition hier etwas finden wird. Denn nach der Einschlagskatastrophe, auf deren Szenario wir noch kommen werden, riss der Mittelrücken eruptiv auf und spie ungeheure Mengen glutflüssigen Magmas aus.

Möglicherweise liegt die alte Königsstadt seit 12 500 Jahren nicht nur in zweitausend Metern Tiefe, sondern auch unter einer mächtigen Schicht jüngsten Basalts.

Immerhin brachte eine Vielzahl von Bohrungen im Bereich des Mittelrückens in schöner Regelmäßigkeit Schichten vulkanischer Asche ans Licht, deren organische Einsprengsel pflanzlichen und tierischen Ursprungs auf ein Alter zwischen zehn und fünfzehntausend Jahren datiert werden konnten.

Im Bereich dieser Schätzungen liegt auch die Zeitmarke, die Plato angibt. Sie liegt bei rund 9 500 v.Chr. Dennoch haben wir mehrere gute Gründe, das Katastrophendatum der „Chronik von Akakor“ zu bevorzugen. Von höchster Bedeutung ist nämlich, dass das Mitteldatum aller forscherischen Altersschätzungen bei 10 500 v.Chr. liegt. Und damit wird das Datum der Akakor-Chronik glänzend bestätigt.

Unterwasserfunde, die auf alte Kulturspuren schließen lassen, sollten am ehesten in relativ seichten Atlantikgebieten zu erwarten sein. „Im westlichen Atlantik“, so Charles Berlitz in seinem Buch „Der 8. Kontinent“, „würde die Inselgruppe der Bahamas, wenn man den Meeresspiegel um bloße hundert Meter absenkte, eine geschlossene Landmasse in der Größe von Florida bilden … Auf dem Meeresboden dieses Gebietes hat man mehr als fünfzig archäologische Stätten entdeckt“.

Hier finden sich obendrein Tropfsteinhöhlen mit Stalagmiten und Stalagtiten – Kalksteinzapfen, von denen der obere nach unten und der untere nach oben wächst. Ein zwingender Beweis dafür, dass diese Höhlen einst über Wasser lagen.

Ein großer untermeerischer „Kulturfriedhof“ liegt offenbar auch im Gebiet östlich Mittelamerikas und nördlich der venezolanischen Küste. Von Belize und Yucatan führen uralte Steinstraßen direkt ins Meer. Vor der Küste Nordvenezuelas wurde ein etwa 160 Kilometer langer Steinwall geortet.

Betrachten wir die Funde auf den Bahama-Bänken. Etwa vierhundert Meter vor der Küste der Insel Bimini gibt es eine Reihe langer Steinmauern, zusammengesetzt aus Riesenblöcken, teilweise geborsten und gegeneinander verschoben. Da liegen kreisförmig angeordnete Steinblöcke; Rundbauten rings um Süßwasserquellen; schnurgerade Mauern und Straßen; „Linien“, die sich vielfach überschneiden; große rechteckige Flächen.

Die runden Megalith-Anlagen erinnern an Baukomplexe wie Stonehenge in Südengland. Das System von „Linien“ drängt zu einem Vergleich mit den gigantischen Bodenzeichnungen auf der Hochebene von Nazca in Peru.

In einem benachbarten Gebiet – zwischen der Floridastraße, dem Santaren- und dem Nicholas-Kanal – wurden in nur 7,60 Meter Tiefe Steinpflaster und eine vierhundert Meter lange Mauer entdeckt. Im gleichen Gebiet – bei der Cay Sal Bank – tauchten im Jahre 1977 auf dem Echographen eines Fangbootes die Umrisse einer gewaltigen Pyramide auf. Taucher berichteten, dass das Bauwerk aus großen Steinen gefügt sei.

Jener Fund, der besonderes Aufsehen erregte, ist dem Arzt und Taucher Ray Brown zu verdanken. Im Jahre 1970 tauchte Brown gemeinsam mit vier Kollegen im Gebiet der Berry Islands (Bahamas).

Plötzlich erblickte Brown „die Umrisse einer Pyramide, die wie ein Spiegel glänzte. Etwa zehn bis zwölf Meter von der Spitze entfernt war eine Öffnung … Die Öffnung war wie ein Schacht, der in einen Innenraum mündete. Ich sah etwas aufleuchten. Es war ein Kristall, der von zwei metallenen Händen gehalten wurde. Ich trug Handschuhe und versuchte, den Kristall loszureißen, was mir auch gelang. Sobald ich ihn in der Hand hielt, hatte ich das Gefühl, es sei an der Zeit zu verschwinden und nicht mehr zurückzukehren.“

Straßen, die ins Meer führen und sich dort fortsetzen; megalithische Rundbauten und Pyramiden mit technischen Artefakten unter Wasser – das sind unzweifelhafte Beweise für eine Kultur, deren Merkmale an die ägyptische erinnern. Es handelt sich um Kulturspuren von Atlantis im Bereich jenes zerschmetterten und abgesunkenen Schwellensystems, das westlich des atlantischen Mittelrückens einst eine basaltene Landfeste nach Amerika bildete.

Wie sieht es nun mit jenem Schwellengebiet aus, das in östlicher Richtung nach Europa und Afrika weist?

Wir wissen aus spanischen Berichten, dass noch vor wenigen Jahrhunderten auf den Kanaren die Guanchen lebten, ein friedliches Volk blonder Hünen, das von den Spaniern auf dem schnellsten Wege ausgerottet wurde. Die Guanchen berichteten vom Untergang eines großen Inselreiches, von dem die Kanaren übriggeblieben waren und ihren Vorfahren als Zuflucht gedient hatten. Die Guanchen fürchteten das Meer und trieben keinen Fischfang per Boot.

Die Berichte der Guanchen wurden bestätigt, als im Jahre 1981 ein Forscherteam nur fünfzehn Meter unter dem Meeresspiegel eine Terrasse aus großen bearbeiteten Steinplatten fand, die etwa achtzig Quadratmeter Boden bedeckte. Von diesem Plafond führten breite Steinstufen in die Tiefe. Die Steine tragen gekerbte Inschriften, deren Zeichen jenen ähneln, die auf den Kanaren auch über dem Wasser zu finden sind.

Auf der Azorenschwelle nördlich der Kanaren entdeckte 1974 eine sowjetische For- schergruppe sechzig Meter unter dem Meeresspiegel megalithisches Mauerwerk und eine treppenartige Anlage.

Und vor der marokkanischen Küste wurde eine kilometerlange Mauer durch Forscher untersucht und fotografiert. Einige Steine dieser Mauer sind so groß wie die Riesen- monolithen im Fundament der Akropolis von Baalbek im Libanon.

Weiter im Norden, vor der Küste der französischen Bretagne, finden sich megalithische Dolmen-Anlagen und kreisartige Anordnungen von Menhiren (Steinsäulen), die beim Zusammentreffen von Ebbe und ablandigem Wind weit draußen aus dem Meere tauchen.

Wir finden megalithische Kulturspuren mithin nicht nur im Bereich der zerschmetterten Schwellenarme, sondern auch in den Küstengebieten. Dies gilt sowohl für Europa und Afrika wie für das mittelamerikanische Yucatan.

So überliefern etwa die Basken in den hochgelegenen Pyrenäen, sie seien Nachfahren einer alten Inselkultur mit Namen Atyantika, die einst in einer gewaltigen Flut
Im Atlantik versank. Wie die Indios in Yucatan benutzen sie eine zweizinkige Hacke für die Feldarbeit, und auf beiden Seiten des Meeres wird das gleiche uralte Ballspiel ausgeübt: das Pelote.

Der bruchlose Übergang von megalithischen Bauten im Meer zu solchen auf dem Festland weist auf kulturgeschichtliche Zusammenhänge, die durchaus anders zu deuten sind als nach dem herkömmlichen Muster Steinzeit-Bronzezeit-Eisenzeit.

Die Existenz einer atlantischen Rasse nämlich, die Kulturspuren sowohl im als auch beiderseits des Atlantik hinterließ, hilft ein Rätsel lösen, das Ethnologen wie Archäologen gleichermaßen beschäftigt. Es handelt sich um das Auftauchen der starkknochigen Riesenrasse der Cromagnards in Westeuropa vor mehreren Jahrzehntausenden.

Diese Rasse, zwei bis 2,20 Meter groß, hochintelligent und mit exzellentem künstlerischem Geschmack begabt, wie ihre Höhlenzeichnungen bezeugen, verdrängte vor fünfzig- bis dreißigtausend Jahren die Rasse der europäischen Ureinwohner, die Neandertaler. Kein Ethnologe kann erklären, woher die Cromagnards kamen. So können die Beweise für die Existenz des hochkultivierten Atlantis hierfür den Schlüssel liefern.

Es gibt Hinweise, dass es vor fünfzigtausend und vor dreißigtausend Jahren regelrechte Immigrationswellen ins südliche Westeuropa gab. Hinzu kommt die relative Instabilität des atlantischen Rückens, der als magmatische „Naht“ durch alle Zeiten hindurch voller vulkanischer Unruhe bleibt. So gab es vermutlich im Laufe der Jahrtausende immer wieder Teilsenkungen des atlantischen Rückens mit mehr oder weniger katastrophalen Folgen für die Bewohner.

Diese eher natürliche Entwicklung fand in einem globalen Zusammenhang statt. Denn wie Robert Blumrich („Kasskara und die sieben Welten“) mitteilt, erinnern sich die Hopi in Arizona an ihre einstige Heimat im Pazifik – das Inselreich Kasskara („Mutterland“). Auch diese Kultur versank in den Jahrzehntausenden, die der Atlantiskatastrophe vorausgingen, Schritt um Schritt im Meer, während zugleich die südamerikanische Kontinentalscholle aufwärts stieg.

In diese geologische „Schaukel“ war der atlantische Rücken eingebunden, und Teil- senkungen des Rückens und der Schwellenarme trieben Emigranten auf beide Ozeanseiten. Auf diese Weise wurde das große Landgebiet der Atlanter schrittweise in einen Archipel verstreuter Inselgruppen verwandelt, noch ehe das atlantische Reich endgültig der Vernichtung anheim fiel.

Betrachten wir die vorgetragenen Befunde in ihrer Gesamtheit, so können wir Platos Bericht – von einigen Überlieferungsfehlern abgesehen – als authentisch anerkennen. Atlantis hat in jenem Atlantikgebiet gelegen, das Plato angab.

Die Atlantis-Katastrophe und der Beginn des Quintär

In der folgenden Aufstellung sind Forschungsergebnisse aus verschiedenen Wissen- schaftsdisziplinen aufgeführt, die den Zusammenhang zwischen der Atlantis-Katastrophe im Jahre 10 468 v.Chr. und dem Beginn des geologischen Quintär-Zeitalters illustrieren.

1. Der etwa zehn Kilometer mächtige Planetoid, der mit vier Trümmerstücken in den Atlantik einschlug, ist in der Geologie als „Carolina-Meteor“ bekannt. Der Planetoid hinterließ in Carolina – zwischen Florida und Kap Hatteras – ein in südöstlicher Richtung verlaufendes Einschlagfeld, das sich in den Atlantik hinein fortsetzt. Man zählte rund 3000 elliptische „Wannen“, von denen über hundert länger sind als 1,5 Kilometer; die Hälfte der Löcher ist länger als 400 Meter. Die Stadt Charleston ist stark bebengefährdet, und das Bebengebiet entspricht genau der Einschlagschneise.

2. Das nordamerikanische Becken ist heute 6,5 Kilometer tief, die nordafrikanisch-europäischen Becken 4,5 Kilometer. Das atlantische Schwellengebiet sank um etwa 3 Kilometer ein. Der atlantische Rücken sank im Gebiet der Romanche-Tiefe am Äquator um 4 Kilometer, die Seegebiete südlich Islands um 2 Kilometer.

3. Der Hudson-Canyon auf dem nordamerikanischen Schelf vertieft sich untermeerisch über mehrere hundert Kilometer von 800 Meter auf 3 Kilometer. Andere Mündungsschluchten an der Ostküste erreichen 2 bis 2,2 Kilometer Tiefe. Folglich ist die nordamerikanische Tafel am Ostrand um 2 bis 3 Kilometer abgesunken. Auf dem afrikanischen Westschelf liegt die untermeerische Kongo-Rinne, 100 Kilometer lang und 800 Meter tief. Die relative Absenkung der afrikanischen Tafel liegt im Äquatorgebiet folglich bei etwa 800 Metern.

4. Westlich Gibraltars – der heutigen Schleuse zwischen Atlantik und Mittelmeer – beträgt die Wassertiefe nur etwa 750 Meter. Bei einer durchschnittlichen Absenkung des Atlantikbodens um 3 Kilometer ergibt sich, dass die Meerenge von Gibraltar vor der Katastrophe einen Riegel bildete, der das Atlantikwasser vom späteren Mittelmeerbecken abtrennte.

5. Die durch den Einschlag bewirkte Taumelbewegung der Erdkruste gegenüber dem heißen inneren „Mantel“ und der Drehachse pendelte sich allmählich aus, ist aber noch nicht gänzlich zur Ruhe gekommen. So ist die Erde ein dreifach taumelnder Himmelskörper. Die geneigte Drehachse der Erde beschreibt einen „Taumeltrichter“ um die Idealachse, während zugleich die Erdkruste um den Mantel taumelt. Obendrein taumelt auch die Drehachse des Erdmagnetfeldes um die Hauptachse, und zwar in gegenläufiger Richtung. Innerhalb von hundert Jahren wanderte der magnetische Nordpol um mehrere hundert Kilometer von Grönland nach Kanada.

6. Der russische Hydrologe Ermolajew stellte nach langwierigen Untersuchungen fest, dass die derzeitige Wassertemperatur in der Arktis seit etwa 12000 Jahren konstant ist. Das heißt: Mehrere Jahrhunderte zuvor muss der Golfstrom nach Norden durchgebrochen sein.

7. Das allgemein anerkannte „Idealdatum“ des Beginns der Gletscherschmelze, des Endes der Eiszeit und des Anbruchs des Quintärs liegt zwischen 10 000 und 11 000 v. Chr.

8. Analysen von Bändertonstreifen in Schweden führten den Geologen de Geer zur Datierung des Eiszeit-Endes auf etwa 10 000 v. Chr.

9. Der Meeresgeologe Lewis Pence datierte die Entstehung von Tiefsee-Lava im Azorenraum auf 11 000 v.Chr.

10. Ein schwedisches Forscherteam hob 1947/48 im Gebiet des atlantischen Mittelrückens aus einer Tiefe von 3 Kilometern in Bohrkernen Süßwasserplankton und Reste von Festlandpflanzen. Schätzalter: 8 000 bis 10 000 v. Chr.

11. Auf dem „Telegraphenplateau“ im Atlantik wurde bei der Bergung eines gerissenen Tiefseekabels ein Felsbrocken gehoben und von dem französischen Ozeanologen Paul Termier untersucht. Es handelte sich um einen Tachyliten – einen verglasten Brocken vulkanischer Herkunft. Verglasungen sind unter Wasser nicht möglich. Termier schätzte das Alter des Minerals auf jünger als 15 000 Jahre.

12. In Nord- und Südamerika wurden Cromagnard-Skelette gefunden, deren Alter auf etwa 12000 Jahre geschätzt wird.

13. In Höhlen im peruanischen Hochland – am Rio Santa und bei Lauricocha – fanden Forscher menschliche Kieferknochen, deren Alter auf 12000 Jahre datiert wird.

14. Zwischen 12000 und 13000 Jahren liegt auch das geschätzte Alter von Mastodonten im kolumbianischen Andenhochland sowie von Mammuts im sibirischen Permafrostboden.

15. Der irdische Lößgürtel zieht sich in nordwestlicher Richtung durch ganz Eurasien bis nach China. Der Löß besteht aus vulkanischer Asche, gemischt mit Quarzsand, Steinsplittern und pflanzlichen und tierischen Resten. Lage und Ausbreitungsrichtung dieses die halbe Erde umspannenden Gürtels der Fruchtbarkeit weisen auf seine Quelle: die riesigen Vulkanausbrüche im Nordatlantik.

16. Die Dunkelkappe aus Vulkanasche über der irdischen Nordhalbkugel löste sich langsam auf, indem sie allmählich verdünnte und nach Norden zurückwich. Die Nordgletscher schmolzen so relativ langsam. Pollenanalysen zeigten, dass das Klima-Optimum in Mitteleuropa erst in der Zeit zwischen 6 000 und 5 000 v. Chr. erreicht wurde.

Alle aufgeführten Befunde weisen nicht allein auf Ursache und Folgen der Erd- katastrophe, die meisten Datierungen pendeln auch um das Jahr 10 500 v.Chr. Damit ist das Datum der „Chronik von Akakor“, das äußerst genau im rechnerischen Mittel liegt, aus den verschiedensten Quellen bestätigt. Das in der Akakor-Chronik genannte Datum liegt bei 10 468 v. Chr.

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Die inneren und die äußeren Feinde

Wir wollen uns nun der Zeit vor der Katastrophe zuwenden. Das atlantische Reich hatte rund 450.000 Jahre geblüht, wurde allerdings durch die im Hintergrund wirkenden Fürsten der Finsternis Zug um Zug von ihren Agenten unterwandert. Dazu kam, dass die Rasse der Anunnaki („Die Himmlischen auf Erden“) das mächtige Atlantis als Hauptfeind ins Visier genommen hatte. Die Anunnaki waren 15.000 Jahre v. Chr. auf Erden gelandet und hatten vor allem das Zweistromland und das Nildelta als Siedlungsschwerpunkte gewählt. Die Anunnaki waren es, die mit ihrer überlegenen Technologie weit draußen in unserem Sonnensystem einen riesigen Meteor in eine Bahn brachten, deren Ziel die Erde war. Genauer: das atlantische Reich.

Edgar Cayce, der „schlafende Prophet“, sprach von einer zunehmenden Differenzierung zweier geistiger Richtungen. Die „Kinder des Gesetzes des Einen“ blieben der hohen Ethik treu, während die „Söhne des Belial“ in zunehmendem Maße ihre geistigen und technischen Mittel missbrauchten, um Zuwachs an Macht zu erlangen. Lytle W. Robinson gibt eine Zusammenfassung von Trance-Bekundungen des Sehers über die letzten Jahrhunderte der Atlanter:

„Um 10 700 v.Chr. hatte das Land den tiefsten Stand in seinem moralischen und geistigen Leben erreicht – keineswegs in Bezug auf das Wissen, sondern nur in der Art und Weise, wie man dieses Wissen anwandte. Menschenopfer und Sonnenanbetung, Verderbtheit und Korruption herrschten vor … Auch mit den Naturkräften wurde Missbrauch getrieben. Die Sonnenkristalle benutzte man als grausames Mittel zu Zwang, Folter und Bestrafung; das Volk nannte sie bald nur noch die ‚schrecklichen Kristalle’. Ein neues Tief in Moral und Menschenwürde war erreicht. Gewalt und Rebellion überzogen das ganze Land. Dann kam die letzte Katastrophe“ („Edgar Cayces Bericht von Ursprung und Bestimmung des Menschen“).

In der Zeit vor der Katastrophe kam es, wie die aus den Anden stammende „Chronik von Akakor“ berichtet, zu einem großen Krieg. Es gab mit den Worten des Häuptlings Tatunca Nara „in der Zeit vor der Stunde Null noch ein anderes Volk von Göttern, das unseren Früheren Herren feindlich gesinnt war … Sie waren dicht behaart und von rötlicher Farbe … Zwischen den beiden Götterrassen … kam es zum Streit. Mit sonnenheißen Waffen verbrannten sie die Welt und versuchten, sich gegenseitig die Macht zu entreißen. Ein gewaltiger Krieg begann, ein planetarischer Krieg, der das Imperium meines Volkes in den Untergang trieb.“

Es ist wohl kein Zufall, dass der Nibiru, der Heimatplanet der Anunnaki, rechnerisch um das Jahr 10 360 seinen erdnächsten Punkt zwischen Jupiter und Mars erreichte. So konnte der Krieg, von dem Tatunca Nara berichtet, von den Anunnaki sowohl von der Erde wie vom nahenden Nibiru aus geführt werden.

Der Häuptling zitiert aus dem Wortlaut der Priesterchronik:

„Angst und Schrecken erfüllte die Auserwählten Diener. Sie sahen die Sonne nicht mehr, nicht den Mond und nicht die Sterne. Wirrnis und Dunkelheit brachen herein. Seltsame Gebilde zogen über ihren Häuptern dahin. Flüssiges Harz troff vom Himmel, und im Dämmerlicht suchten die Menschen nach Nahrung. Den eigenen Bruder töteten sie. Das Vermächtnis der Götter vergaßen sie. Die Blutzeit begann.“

Der Stamm der Ugha Mongulala brachte sich in „unterirdischen Wohnstätten“ in Sicherheit, und dann brach, so der Häuptling, „über die Erde die größte Katastrophe herein, die es seit Menschengedenken gegeben hat“.

Ein Blick auf Atlantis und seine Nachbarkontinente

Wie sah die Erde aus, bevor das Inferno begann?

Von einem Raumschiff aus betrachten wir zunächst die atlantische Hemisphäre. Auf der Nordhalbkugel lastet ein Eispanzer von zwei Kilometern Dicke über dem nord- amerikanischen und europäischen Kontinent. Die Eisgrenze in Nordamerika liegt beim St. Lorenz-Strom.

Die in den Atlantik mündenden Ströme der Ostküste fließen in tief eingeschnittenen Schluchten ins Meer – teilweise vierhundert Kilometer weiter östlich als heute: der Hudson-Canyon, der Delaware-Baltimore-Canyon, der Susquehanna-Norfolk-Canyon.

Der östliche Küstenstreifen ist von der atlantischen Kultur dicht besiedelt; ebenso Mittelamerika, große Teile des späteren Golfes von Mexiko und die nördlichen Landstriche Südamerikas. Im Gebiet des heutigen New Orleans steht eine große Stadt.

Das gesamte kontinentale Halbrund von New York bis Venezuela ist durch Landbrücken mit dem atlantischen Rücken verbunden. Vor allem auf den atlantischen Großinseln erblicken wir prachtvolle Städte von wunderbaren geometrischen Proportionen. Weiße Pyramiden strahlen im Sonnenlicht. Daneben erheben sich große Kuppelbauten. Gewaltige Tempel, goldverkleidet, blenden das Auge.

In Poseidia, der Hauptstadt auf dem Massiv des Mittelrückens, lenken die „Söhne des Gesetzes des Einen“ große Evakuierungsbewegungen, vor allem in Richtung Europa und Afrika. Hunderttausende sind in Booten unterwegs. Nur wenige Auserwählte können Flugzeuge besteigen.

Südamerika ist noch ein Inselkontinent. Tiahuanaco bei La Paz liegt nur wenig über Meereshöhe; der Titicaca-See ist eine ozeanische Lagune. Die höchsten Andengipfel ragen etwa dreitausend Meter aus dem Meer. Die kolumbischen und venezolanischen Granitmassive laufen in basaltische Landrücken aus, die mit dem atlantischen Schwellensystem verbunden sind.

Südwestlich im Pazifik besitzt die Osterinsel noch eine beträchtliche Ausdehnung, und der Ostpazifik ist übersät von größeren und kleineren Landflächen. Ein Teil der ostpazifischen Bevölkerung hat in Tiahuanaco Zuflucht gefunden. Westpazifische Stämme sind auf die japanischen Inseln gezogen, auf das asiatische Festland, nach Australien und Neuguinea.

Tiahuanaco am Titicaca-See bildet eine riesige städtische Anlage für Millionen von Menschen. Die Hopi überliefern, dieser Ort sei einst von ihren Vorfahren Taotooma („Der Ort, den der Arm der Sonne berührt hat“) genannt worden. Kilometerhohe Terrassenfelder von einmaligem architektonischem Gepräge künden von Landmangel. Die Menschen werden in Felskatakomben geführt.

Wir überqueren nun Südamerika in nordöstlicher Richtung und folgen dann der atlantischen Landbrücke hinüber zu den östlichen Kontinenten. Die Kanaren und die Kapverden sind Teil des afrikanischen Festlandes; die breiten Küstenstreifen sind hochkultiviert und dicht besiedelt. Der Kongo fließt in einer tief eingeschnittenen Rinne in den Ozean.

Ganz Nordafrika ist ein blühender Garten. Die spätere Sahara ist eine fruchtbare Kulturlandschaft mit großen Seen, vielen Flüssen, reicher Vegetation und üppiger Artenvielfalt. Die Atlanter haben sich bis hierher ausgebreitet.

Afrika und die Iberische Halbinsel sind durch eine Landbrücke verbunden, die mehr als zwei Kilometer über den Atlantik hinausragt. Die gigantische Senke östlich dieser Granitbrücke ist von großen Süßwasserseen durchzogen und von Menschen besiedelt. Aus den Seegebieten ragen Italien, Sizilien, Malta, Kreta und Zypern als majestätische Massive.

Ihnen vorgelagert sind flache, dichtbesiedelte Schelfe. Der Norden des Adriatischen Meeres ist eine Landsenke, die Italien und Jugoslawien verbindet. Zwischen dem griechischen Peloponnes und dem anatolischen Hochland gibt es trockene Landverbindungen.

Das nördlich gelegene Schwarze Meer besteht aus Süßwasser und bedeckt nur ein Fünftel seiner späteren Fläche. Der Bosporus erhebt sich mehr als hundert Meter über dem Wasserspiegel des Schwarzen Meeres. Weiter südlich stürzt der Nil in einem gewaltigen Katarakt kilometertief in die gewaltige Senke.

Im Westen liegt der Mündungstrichter der Rhone etwa hundert Kilometer weiter südlich als heute. Südlich unterhalb Marseilles liegt ein Bergwerk. An vielen Orten erheben sich Pyramiden und Tempel.

Die Iberische Küstenlinie ist dicht besiedelt. Überall recken sich Megalith-Bauten in die Höhe. Der Tejo in Portugal, die Garonne, die Seine und die Loire in Frankreich wälzen sich in den westlichen Mündungsgebieten – wie die nordamerikanischen Flüsse – in tiefen Schluchten ins Meer.

Das Mündungsgebiet des Rheins liegt zwischen Schottland und Südnorwegen – im Bereich der Norwegischen Rinne, unterhalb der Eisgletscher. Schlagen wir von der heutigen Stadt Essen einen Halbkreis von der Biskaya bis zu den Shetland-Inseln nördlich Schottlands, so gewinnen wir eine Vorstellung von der Ausdehnung West- und Nordeuropas.

Es gibt weder eine Nord- noch eine Ostsee. Die Ostsee ist heute im Schnitt 150 Meter tief, die Nordsee nur wenige Dutzend Meter; der riesige Bereich der Doggerbank nördlich der Deutschen Bucht liegt nur etwa 15 Meter tief.

Frankreich und England sind durch eine Landbrücke verbunden. England aber – der äußerste Süden ausgenommen – und das östliche nordeuropäische Festland liegen unter einer zwei Kilometer mächtigen Eisdecke. Das Klima ist noch in Frankreich rauh und kalt, und erst südlich der Alpen und der Pyrenäen herrschen milde Wetterbedingungen.

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Die Anden und das Nazca-Profil

Höhe in Metern Markierungen
7000 höchste Andengipfel
6000 Hochtäler Peru
5700 1. Wasserlinie
4000 2. Wasserlinie
3800 3.Wasserlinie Höhe Titicaca-See
3400 4. Wasserlinie Höhe Cuzco
400 5. Wasserlinie
0 heutiges Meeresniveau
-330 höchste Erhebungen Nazca-Rücken
-1500 durchschnittliche Tiefe Nazca-Rücken
-6000 Tiefe Nazca-Graben

Das oben dargestellte Oberflächenprofil reicht von den Andengipfeln über 200 Kilometer Luftlinie bis zum Nazca-Graben. Zwischen beiden Punkten liegt ein Höhenunterschied von 13 Kilometern. Die fünf Wasserlinien, markiert durch Muschelbesatz, dokumentieren den Aufstieg der Anden in geologisch extrem kurzer Zeit. Die 3. Wasserlinie zeigt, dass der Titicaca-See einst eine ozeanische Lagune bildete. Der 3000 Meter-Sprung zwischen der 4. und 5. Wasserlinie weist auf die schlagartige Anhebung der Andentafel nach dem Planetoideneinschlag ins Atlantik-Becken im Jahre 10 468 v.Chr. Daraus ergibt sich u.a., dass der amazonische Regenwald nicht älter ist als etwa 12 000 Jahre.

Die Katastrophe bricht los

Als die Stunde Null naht, da bricht innerhalb von Sekunden ein Inferno von unvorstellbaren Ausmaßen los. Niemand im atlantischen Bereich überlebt das erste grelle Licht, das er sieht, niemand überlebt den ersten Donner, den er hört.

Das Licht nähert sich rasend schnell aus nordwestlicher Richtung. Über dem nord- amerikanischen Kontinent rasen Serien glühender Kaskaden in den Boden. Es ist gleißend hell, auf der ganzen atlantischen Erdhälfte. Der Kopf des Planetoiden – zehn Kilometer im Durchmesser – strahlt dreimal heißer als die Sonne und explodiert über dem Atlantik.

Mit einer Geschwindigkeit von zwanzig Kilometern pro Sekunde jagen mehrere gigantische Feuerbomben in die großen atlantischen Schwellenarme: in den Bereich südlich des Bermuda-Dreiecks, in den Kanarenarm und in den Kapverdenarm. Allein der Doppeleinschlag südlich der Bermudas besitzt die Gewalt von dreißigtausend Wasserstoffbomben.

Ruckartig verschiebt sich die Erdkruste gegenüber dem magmatischen Erdmantel: Die atlantische Hemisphäre taumelt nach Südosten, Sibirien nach Nordwesten. Die Erdkruste trudelt dramatisch um die Drehachse, und es wird lange dauern, bis sich diese Bewegung wieder ausgependelt hat.

Nun erheben sich aus dem Atlantik magmatische Feuersäulen, Lavakaskaden und gigantische Flutwellen von zehn Kilometern Höhe, die, zusammenbrechend, mit unvorstellbarer Gewalt über die benachbarten Kontinente hereinbrechen und erst an den Hochgebirgen zum Erliegen kommen.

Das gesamte nordatlantische Becken ist um drei bis fünf Kilometer abgesenkt, die atlantische Kultur vernichtet. Der nordamerikanische Kontinent ist deutlich zum Atlantik hin gekippt, die Rocky Mountains sind aufgestiegen.

Die südamerikanische Kontinentaltafel bildet einen langen Hebel: Die Anden steigen schlagartig um drei Kilometer, während zugleich der größte Teil des pazifischen Schwellengebiets um die Osterinsel im Meer versinkt. Auf der Pazifik-Seite des amerikanischen Doppelkontinents reißen mit der Kippung der Granittafeln riesige Gräben auf: der Mexiko-Graben, der Nazca-Graben und der Atacama-Graben.

Auf der Ostseite des Atlantik ein ähnliches Bild: Die afrikanische Tafel ist atlantikwärts gekippt, das Tassili-Massiv ragt höher, der Kontinentalriss im Osten Afrikas ist vertieft. Die riesigen Sahara-Seen betten sich um und fließen nach Westen.

Die afrikanisch-spanische Landbrücke ist weit abgesenkt, das Wasser des Atlantik stürzt in einem gigantischen Katarakt in die östliche Senke und füllt das spätere Mittelmeer. Die europäische Kontinentaltafel ist in Richtung Einschlagschwerpunkt gekippt, und die hochkultivierten Landstriche Iberiens sind im Meer versunken.

Jetzt reißt die Vulkannaht des atlantischen Rückens auf, in rasendem Tempo von Süd nach Nord. Ungeheure Eruptionen magmatischen Feuergesteins sprühen bis hinauf in die obere Atmosphäre, der Atlantikboden bäumt sich, die benachbarten Kontinente beben. Der Mittelmeerboden wankt. Vulkane brechen aus.

Stürme von mehrfacher Hurrikanstärke rasen um die Erde, tragen Vulkanasche, Giftgas, Leichengeruch. Hier brüllt der Sturm glühend heiß, dort mit eisiger Kälte. Abermillionen von Menschen und Tieren werden ersäuft, erstickt, verbrannt, zermalmt.

In den kolumbischen Anden liegen große Mastodontenherden erstickt unter Lehm, zwei Kilometer über dem Meer. In Sibirien ersticken im Stehen, noch kauend, Tausende von Mammuts, ehe sie von einer Schlammflut eingehüllt werden. Sie sind nach Norden gerückt und werden innerhalb kürzester Frist tiefgefroren.

Die gesamte Nordhalbkugel der Erde ist jetzt von einem dunklen, pilzartigen Schirm umgeben. Aschewolken von hundert Kilometern Dicke reduzieren das Sonnenlicht auf ein Minimum. Schlamm- und Ascheregen ergießen sich über Europa bis hinüber nach Asien und bilden den Lößgürtel, der viele Landstriche Jahrtausende später mit Fruchtbarkeit segnen wird.

Während der Atlantik sich allmählich beruhigt und die vulkanischen Ausbrüche allmählich abebben, kriechen die wenigen Überlebenden auf der Nordhalbkugel, frierend, hungernd und von Entsetzen gezeichnet über Generationen hin, aus ihren hochgelegenen Höhlen und blicken auf eine fremde Lehmwüste im Dämmerlicht. Es wird kalt bleiben im Laufe der nächsten drei bis fünf Jahrtausende, und Zwielicht wird den Tag begleiten. Alles wird aufs unmittelbare Überleben abgestellt sein. Es mangelt an Pflanzen und jagdbaren Tieren, aber es gibt Fisch.

Das nordatlantische Schwellensystem ist zerschlagen, und der ehedem südlich des 30. Breitengrades zirkulierende Golfstrom kann nach Nordosten durchfließen. Er bringt Wärme aus dem südlichen Atlantik, und trotz des dunklen Nordschirms beginnen die europäischen und nordamerikanischen Gletscher allmählich zu schmelzen.

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Tatunca Nara, der „letzte rechtmäßige Fürst der Ugha Mongulala“ an den oberen Osthängen der Anden, zitiert aus der Chronik seiner Vorfahren, der Chronik von Akakor:

„Das ist die Kunde vom Untergang der Menschen. Was geschah auf der Erde? Wer ließ sie erzittern? Wer ließ die Sterne tanzen? Wer ließ die Wasser hervorquellen aus den Felsen?… Es war schrecklich kalt, und ein eisiger Wind fegte über die Erde. Es war schrecklich heiß, und die Menschen verbrannten an ihrem Atem. Menschen und Tiere flohen in panischer Angst. Verzweifelt rannten sie hierhin und dorthin. Sie trachteten auf die Bäume zu steigen, und die Bäume schleuderten sie weit weg. Sie trachteten in die Höhlen zu gelangen, und die Höhlen stürzten über ihnen ein. Was unten war, wurde nach oben gekehrt. Was oben war, versank in die Tiefen…“

Im Popol Vuh, dem „Buch des Rats“ der Quiché-Maya, findet sich ein Bericht, der teilweise wortgleich mit der Chronik von Akakor übereinstimmt:

„Flüssiges Harz troff vom Himmel…und es begann ein schwarzer Regen, Tagregen, Nachtregen…Verzweifelt rannten jene hierhin, dorthin. Sie trachteten auf die Häuser zu steigen, und die Häuser stürzten ein. Zu Boden fielen sie. Sie trachteten auf die Bäume zu steigen, und die Bäume schleuderten sie weit davon. Sie trachteten in die Höhlen zu gelangen, und die Höhlen schlossen sich vor ihnen. Das war der Untergang der Menschen…“

Brasseur de Bourbourg, einer der ersten Erforscher der alten amerikanischen Kulturen, berichtete im 19. Jahrhundert:

„Die Peruaner erzählen, dass die Sintflut und die Beben, die dem Emportauchen der Anden folgten, von einer außergewöhnlichen Sonnenfinsternis eingeleitet wurden, während der es fünf Tage lang nicht hell wurde. Und das Land Junga (oder das Warme Land), das voller Früchte und bunter Vögel gewesen war, wurde binnen fünf Tagen, in dieser Höhe, eine öde und kalte puna.“

Der aus Mittelamerika stammende „Codex Troano“, heute im Britischen Museum verwahrt, teilt sogar Kalenderdaten mit:

„Im Jahre 6 des Kan, am 11. Muluc, im Monat des Zac, traten schreckliche Seebeben auf und hielten ohne Unterbrechung bis zum 13. Chuen an. Das Gebiet der Lehmhügel im Lande Ma fiel ihnen zum Opfer. Der Boden wurde zweimal erschüttert, er hob und senkte sich immer wieder, und eines Nachts verschwand er plötzlich zur Gänze. So wurden die Gebiete voneinander getrennt und schließlich zersplittert. Sie konnten diesem schrecklichen Beben nicht standhalten und versanken; dabei rissen sie 64 Millionen Menschen mit sich in den Tod. Das geschah 8060 Jahre vor dem Entstehen dieses Buches.“

Der Hopi-Häuptling Weißer Bär berichtete Robert Blumrich („Kasskara und die sieben Welten“), die oberste Gottheit der „Hohen, geachteten Wissenden“, der Kachina, habe Taotooma (Tiahuanaco) zerstört:

„Und er nahm die Stadt, hob sie in die Höhe, stellte sie auf den Kopf und versenkte sie im Boden.“

Es war, wie die Belege zeigen, diese Katastrophe, die nicht nur der Kultur der Atlanter ein Ende machte, sondern sicherlich als das verheerendste Ereignis in der gesamten Geschichte der Menschheit gelten kann.

Das Antlitz der Erde wurde durch die gewaltsame Absenkung der Atlantik-Becken so dramatisch verändert, dass nicht nur die Geschichte der Menschheit eine Zäsur erfuhr – die gesamte Erde trat in das geologisch jüngste Zeitalter ein, in das Quintär, das allgemein auf die Zeit um 10 500 v. Chr. angesetzt wird.

Die Einschlagwucht der kosmischen Bombe schickte schwerste Beben auch nach Ägypten. Die Große Pyramide, kaum erbaut, musste gewaltige Erschütterungen ertragen. Peter Tompkins berichtet:

„Als Petrie die Königskammer eingehend untersuchte, entdeckte er, dass sie heftig erschüttert worden sein musste, vermutlich durch ein Erdbeben, unter dessen Einwirkung sich der ganze Raum um mehr als zwei Zentimeter ausdehnte. Jede einzelne Deckenplatte war auf ihrer südlichen Auflagerung mehr oder weniger losgerissen und in ihrer ganzen Länge gespalten worden. Die ganze ungefähr viertausend Tonnen schwere Decke wurde nur noch durch Schub und Druck in ihrer Lage gehalten.“

Doch ist keine ägyptische Chronik bekannt, in der dieses Ereignis verzeichnet wäre.
Auch im Lande der Wächter, das vermutlich nicht ohne größere Schäden, aber im Ganzen wohl einigermaßen glimpflich davongekommen ist, erwähnt keine Königsliste, kein Epos, nicht das kleinste Textfragment diese verheerende Katastrophe.

Um das Jahr 7 600 v. Chr. hatten die Wasser des Atlantik das Mittelmeer so weit gefüllt, dass es am Bosporus begann, sich in das tiefer gelegene Becken des Schwarzen Meeres zu ergießen.

Die Umstände dieser Folge-Katastrophe des Atlantik-Desasters erforschte der bulgarische Geologe Professor Petko Dimitrov. Das einstige Süßwasser-Binnenmeer verwandelte sich in ein fünfmal größeres Salzwassermeer, hob sich um über hundert Meter an und ertränkte alle Kulturen an seinen einstigen Ufern.

Atlantis ist seit 12.500 Jahren Geschichte. Das katastrophale Ende dieser bedeutendsten Kultur der Antike bescherte der Menschheit dieses Planeten einen Umbruch, wie er dramatischer und verheerender kaum vorstellbar ist. Doch immerhin hatte der Durchbruch des Golfstroms in den nordwestlichen Atlantik und die damit eingeleitete Gletscherschmelze auf der Nordhalbkugel der Erde zur Folge, dass jene Epoche eingeleitet wurde, die als Quintär das jüngste geologische Erdzeitalter markiert.

Rezepte nach der Traditionellen Chinesischen Medizin

Weniger ist mehr: Richtig abnehmen

von Alois Rieser

 

Die folgenden Anregungen folgen der 5-Elemente-Ernährung nach Barbara Temele: Rezepte zum Frühstück oder als Zwischenmahlzeit.

Gekochtes Getreide – Grundrezept

250 g ganze Getreidekörner (wie Dinkel, Weizen, Roggen, Hafer oder Buchweizen) in einem feinen Sieb so lange kalt abspülen, bis das Wasser klar bleibt. Dann die Körner mit 1,5 l frischem Wasser kurz aufkochen. Die Körner ca. 30 Min. bei niedriger Temperatur köcheln, dann weitere 15 – 20 Min. nachquellen lassen. Die Körner sollten platzen und der weiße Keim sichtbar werden. Das Kochwasser wegschütten und die Körner in einen verschließbaren Behälter füllen.

Aus diesem gekochten Getreide gibt man drei bis vier Esslöffel zu nachfolgenden Gerichten. Der Rest des Getreides kann bis zu vier Tagen im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Getreidemus – Grundrezept

1 Tasse vorgekochtes Getreide
1 – 1 ½ Tassen Wasser
1 Prise Salz
1 Prise Zimt
unter Rühren ca. 7 Min. köcheln lassen

Das Habermus mit etwas reinem Honig oder Birkenzucker (Xylit*) und gehackten Mandeln bestreuen und mit frischem Obstkompott vermischen.

Ein solches Frühstück ist ein Muntermacher. Es stimmt den Magen ein, regt die Verdauung an und macht leistungsfähiger. Das Sättigungsgefühl hält lange an, dadurch wird auch der Heißhunger nach Snacks und Naschereien vermindert.

*Xylit (Xylitol = flüssig) wird aus der Birkenrinde gewonnen. Da dieser Zucker chemisch nicht raffiniert ist, greift er auch nicht die Zähne an.

Dinkel-Körnermus – Grundrezept

1 Apfel in kleine Stückchen schneiden
1 EL Dinkelgrieß
50 ml Wasser aufkochen und kurz quellen lassen
5 – 6 EL bereits gekochte Körner mit
1 Prise Zimt
1 EL Honig oder Birkenzucker
3 EL Naturjoghurt

Obstkompott unterrühren und warm verzehren

Obstkompott – Grundrezept

Süße Äpfel, Birnen oder andere süße Obstsorten der Saison in heißem Wasser
mit Zimt und frischem Vanillemark 1 EL Gerstenmalz oder Agavendicksaft
mit einer Prise Koriander und Meersalz verrühren Zitronensaft und eine Prise Kakao dazugeben, zugedeckt bei schwacher Hitze einige Minuten köcheln lassen, bis das Obst weich ist, nach Belieben pürieren oder stampfen mit Pfeilwurzelmehl (Stärke) oder Kuzu eindicken

Wirkung: Erfrischend und befeuchtend, senkt die Hitze

Empfehlung: Bei Yang-Fülle, Yin-Schwäche, Schlafstörungen; sehr gut für Kinder, wenn sie unruhig sind.