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Johanniskraut – Bewährt bei Behandlung von Wunden und Depressionen

Johanniskraut

Bewährt bei Behandlung von Wunden und Depressionen

von Alois Rieser

Johanniskraut1

Das Johanniskraut (Hypericum perforatum), bekannt auch unter dem Namen Tüpfel-Hartheu, ist eine anspruchslose Pflanze, die fast überall in Europa und Westasien, vom Mittelmeer bis zur Taiga vorkommt. Sie bevorzugt zum Gedeihen magere, trocken Wiesen, Wald- und Wegränder, lichte Wälder, Böschungen, sandige Böden und steht gern in der prallen Sonne. Die Blütezeit ist vom Sommeranfang (Johanni) bis August.

Sichere Kennzeichen sind die fünfblättrigen gelben Blüten. Die Staubgefäße in der Blütenmitte stehen spitzig hervor; darunter befinden sich pro Blüte drei Blütenstempel. Beim Zerdrücken der Knospen und Blüten kommt roter Pflanzensaft hervor, der das Pigment Hypericin enthält. Aus einem verzweigten Wurzelstock steigt eine Staude mit zweikantigen Stengeln und Zweigen hervor, an denen die Blätter gekreuzt gegenständig angeordnet und ohne Blattstiel erscheinen. Die bis zu 3 cm langen Blätter sind oval-länglich und mit kleinen, durchscheinenden Tüpfelchen (Öldrüsen) punktiert. Die Pflanze wird 30 – 70 cm hoch.

Heilkräftige Bestandteile

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• Flavonoide (Bezeichnung für eine Gruppe von meist gelb gefärbten, stickstofffreien phenolischen Pflanzenstoffen; je nach Oxidationsgrad werden Flavone, Flavonole, Flavanole und Isoflavone, sog. Phytoöstrogene, unterschieden)
• Harz
• Gerbstoffe
• Hypericin (ein rot gefärbtes, ätherisches Öl)

Hier hilft Johanniskraut

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Aus den frischen oder getrockneten, oberirdischen Teilen der blühenden Pflanze kann ein Tee oder Öl hergestellt werden. Das Johanniskrautöl ist aufgrund seiner Rotfärbung auch als „Rotöl“ bekannt. Wegen seiner photosensibilisierenden Eigenschaften kann es äußerlich bei Taubheit der Haut und bei Schmerzen, die auf Nervenverletzungen oder -quetschungen zurückzuführen sind, eingesetzt werden.

Hypericin macht lahmgelegte Nerven, die ja elektrische Impulse weiterleiten sollen, wieder lichtdurchlässiger und regeneriert in diesem Zusammenhang die Nervenfunktionen. Das Rotöl ist in Reformhäusern erhältlich. Wenn wir Johanniskrautöl selber herstellen wollen, füllen wir eine Flasche mit blühenden Pflanzenteilen und begießen sie mit Olivenöl, Distelöl, Sonnenblumen- oder Rapsöl, bis die Pflanzenteile bedeckt sind. Diese Flasche wird an einem sonnigen Platz zwei oder drei Wochen verschlossen stehen gelassen, bis sich das Öl dunkel-rötlich gefärbt hat. Dann wird das Öl gefiltert und in dunkle Flaschen oder lichtundurchlässige Flakons abgefüllt.

Die therapeutischen Eigenschaften des Rotöls haben sich bei der Behandlung von schlecht heilenden Wunden, Brandwunden, Geschwüren, Rheuma, Verstauchungen und nach einem Sonnenbrand bewährt. Das Johanniskrautöl ist also als ein After-Sun anzusehen, das nach leichten Verbrennungen unsere verletzte Haut heilen hilft und uns schützende Pigmente liefert. Das Öl wird direkt auf die Haut aufgetragen.

Da Johanniskraut anfangs die Lichtempfindlichkeit erhöht, sollte man in den ersten Tagen der Anwendung Solarien, grelles Sonnenlicht und Höhensonne vermeiden. Nach und nach stellt sich jedoch durch die Pigmentbildung eine Harmonisierung ein.

Johanniskrauttee oder -absud wird innerlich gegen verschiedene Lungen- und Harnweg-Erkrankungen verwendet. Johanniskraut kann auch bei Nervosität und bei leichten bis mittelschweren Depressionen eingesetzt werden. Sehr hilfreich bei depressiven Verstimmungen sind außerdem eine ausgewogene Ernährung und das Essen von Früchten, die unter südlicher Sonne gereift sind, insbesondere von Bananen, Avocados und Ananas. Alle Nahrungsmittel, die raffinierten Zucker enthalten wie Kuchen, Torten, süßes Gebäck sowie zuckerhaltige Getränke wie die meisten Fruchtsäfte, Cola und Limonaden sind bei einer Therapie kontraproduktiv, da der Industrie-Zucker depressive Neigungen verstärkt (s. a. den Artikel „Zucker macht sauer“ von Michael George).

So geht’s: Drei Teelöffel Johanniskraut mit ¼ l kochendem Wasser übergießen und zehn Minuten ziehen lassen. Drei Tassen Tee pro Tag acht Wochen lang trinken.

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